HANNOVER. „Diese planerische Inkompetenz des Kultusministeriums und der Landesschulbehörde ist nicht zu überbieten!“ Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz, die Situation an vielen niedersächsischen Schulen, an denen zehn Tage nach Schuljahresbeginn immer noch Unklarheit herrsche, wer wie viele Lehrerstunden an welche Schulen abordnen müsse.

„Täglich erreichen uns empörte Meldungen aus den Gymnasien, dass sie erst jetzt überhaupt zu Abordnungen in großem Umfang verpflichtet werden – nachdem die Stundenpläne stehen und die Lehrer den Unterricht in ihren Klassen begonnen haben.“ Noch schlimmer träfe es andere Gymnasien, die nach den kurzfristig angewiesenen Abordnungen in der letzten Woche bereits neue Pläne gemacht hätten, jetzt aber erfahren würden, dass auch diese schon wieder Makulatur seien, weil sie noch weitere 40 oder 60 Stunden abzuordnen hätten.

„Dies ist eine Zumutung für die Schulleitungen und uns Lehrkräfte“, machten viele Lehrkräfte ihrem Unmut und ihrer Empörung Luft. An manchen Schulen gebe es derzeit noch nicht einmal einen Stundenplan. Immer wieder sei auch festzustellen, dass die Berechnungen der Schulbehörden überhaupt nicht aktuell seien und auf der Grundlage völlig falscher Zahlen abgeordnet werden solle. So komme es auch vor, dass Lehrkräfte an Grundschulen ihre Arbeit aufnehmen wollten, dort aber erfahren würden, dass sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr gebraucht würden, während gleichzeitig an ihrem Gymnasium der Unterricht ausfallen müsse.

„Ein solches Chaos habe ich noch nie erlebt“, kritisierte Audritz. Betroffen von dieser planerischen Inkompetenz seien aber nicht nur Lehrkräfte und Schulleitungen. „Es ist auch und vor allem eine Zumutung für die Schülerinnen und Schüler. Sie sind die auch langfristig Leidtragenden dieser Misere.“

 

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.