100 Jahre Stadtfriedhof - Bestattungskultur im Wandel der Zeit

Gesellschaft Von Redaktion | am Di., 30.04.2019 - 20:36

CELLE. Der Umgang mit dem Tod, die unterschiedlichen Formen der Bestattung, sind Spiegel unserer Kultur. Beim Gang über den Friedhof, lässt sich viel über das Sterben im Wandel der Zeiten ablesen. So auch beim Celler Stadtfriedhof, der in diesen Tagen 100 Jahre alt wird. Im Rahmen eines Informationstages am Sonnabend, 11. Mai, von 11 bis 16 Uhr nehmen die Mitarbeiter der städtischen Friedhofsverwaltung rund um Fachbereichsleiter Jens Hanssen die Besucherinnen und Besucher mit auf die Reise durch ein Themenfeld, das zu unserem Alltag gehört.

Treffpunkt ist der Vorplatz der Trauerhalle auf dem Stadtfriedhof. Zu jeder vollen Stunde beginnt dort eine Führung in deren Mittelpunkt Historisches und Aktuelles auf dem Areal an der Lüneburger Heerstraße stehen. Im gleichen Zeitraum gewähren die Mitarbeiter des Feuerbestattungsvereins Celle einen Blick in das Krematorium und die Trauerhalle und informieren zum Themengrabfeld „Rosenfrieden“. Auch die nötige Stärkung, das heißt Kaffee und Kuchen, wird an diesem Tag nicht fehlen.

Der Stadtfriedhof wurde im Jahr 1919 als Ersatz für den Hehlentorfriedhof (westlich und östlich der Harburger Straße) eingeweiht. Zuvor hatte die Stadtkirche, die den Friedhof verwaltete angekündigt, keine weiteren Begräbnisplätze mehr zuweisen zu können. So wurde nach Entwürfen des renommierten Kölner Gartenbauarchitekten Theodor Nußbaum (*1885/+1956) auf dem 7,9 Hektar großen Gelände der ehemaligen Schieblerschen Baumschule der Friedhof errichtet und fortan in Obhut der Stadtverwaltung gegeben. Im April 1919 fand dort die erste Beisetzung statt. 1934/35 wurde die Kapelle nebst Krematorium errichtet.

Nußbaums streng geometrischer Entwurf hat sich bis heute erhalten. Zwar präsentiert sich der Stadtfriedhof als zeitgemäßer „moderner Friedhof“ mit Laubengarten,  Grabstätten unter Bäumen in einer Buchen- und Kirschbaumallee. Doch richten sich diese neu eingerichteten Bereiche nach der Grundidee des einstigen Planers. Davon können sich die Gäste des Informationstages persönlich überzeugen.