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"Spürbare Säkularisierung kein Anlass zu Resignation"

100 Tage Superintendentin: Andrea Burgk-Lempart zieht erste Bilanz

13.03.2018 - 19:47 Uhr     Monika Wille    0
Fotos: Peter Müller

CELLE. Ja, es sind tatsächlich schon wieder über 100 Tage vergangen, seit Dr. Andrea Burgk-Lempart ihren Dienst in der Celler Superintendentur angetreten hat. „Ich bin gut angekommen und überall sehr freundlich aufgenommen worden. Aber vor allem steht mir ein sehr gutes und loyales Mitarbeiterteam zu Seite. Dafür bin ich sehr dankbar“, leitet sie das Gespräch mit Vertretern der Presse aus diesem Anlass ein. An erster Stelle gelte ihr Dank ihrer erfahrenen und sehr kompetenten Sekretärin, Roswitha Hartmann, und natürlich ihren beiden Stellvertretern, von denen Pastor Uwe Schmidt-Seffers, der im Kirchenkreis für die Öffentlichkeit zuständig ist, ebenfalls an dem Gespräch teilnimmt.



„Ich nehme mir jeden Freitag Zeit, ganz in Ruhe eine Gemeinde bzw. Einrichtung oder Institution des Kirchenkreises zu besuchen, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mit ehrenamtlich Tätigen zu sprechen und so die unterschiedlichen Prägungen der Gemeinden und Einrichtungen zu verinnerlichen“, erläutert die Superintendentin.

Bei den Kirchenvorstandswahlen am vergangenen Wochenende habe sie einige der Wahllokale besucht und sich persönlich bei den Wahlvorständen für deren Einsatz bedankt. Leider sei es zeitlich nicht möglich, zu allen Gemeinden zu gehen, aber ihr Dank richte sich an alle, die ihre Zeit für die Kirchengemeinden geopfert hätten. Trotz aller Werbemaßnahmen sei die Wahlbeteiligung im Vergleich zu der Wahl vor sechs Jahren etwas niedriger ausgefallen. Leider habe im Kirchenkreis Celle auch die Möglichkeit, erstmals im Alter von 14 Jahren an den Wahlen teilnehmen zu können im Vergleich zum landesweiten Trend nicht gezogen, sondern sei nur von 3 % der wahlberechtigten jungen Wählerinnen und Wählern genutzt worden.

Die spürbare Säkularisierung gäbe für sie jedoch keinerlei Anlass zur Resignation. Demokratie und Meinungsfreiheit seien ein unschätzbar hohes Gut, das es zu erhalten gelte. Sie freue sich besonders darüber, dass es auch Wieder- bzw. Neueintritte in die Gemeinschaft der Kirche gäbe, auch wenn leider immer noch die Austritte überwögen. Man dürfe nicht wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf das Negative starren. Aber andererseits dürfe man auch nicht in einen Aktionismus verfallen, der die vorhandenen Kräfte weit übersteige, sondern ihre Devise sei es, positiv nach vorne zu schauen. Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten den Menschen zu zeigen, dass es offene Türen und die Bereitschaft zum persönlichen Miteinander gäbe. Dort wo Traditionen abzurechen drohten, wie z.B. bei den Passionsandachten, sei es einen Versuch wert, dort hinzugehen, wo die Menschen sind, wie z.B. mit den „Wunden Punkten“, an denen es in der Karwochen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet Celles jeweils um 18.00 Uhr Andachten zur Leidensgeschichte Jesu geben werde.

Auf Konflikte angesprochen, äußert Burgk-Lempart, eine Gemeinschaft, in der es keine Konflikte gäbe, sei eine tote Gemeinschaft. Schon zu Jesus Lebzeiten habe es Konflikte untereinander gegeben. Die Bibel sei gefüllt mit derartigen Situationen. Den Blick zu öffnen und das Verständnis für die Position des Gegenübers zu wecken, seien in der Regel die ersten Schritte zur Konfliktbeseitigung.

Auch wenn im Zeitalter des Smartphones vieles blitzschnell vermittelt werde, sei die Nähe der Menschen untereinander durch nichts zu ersetzten. Das persönliche Gespräch und die Wertschätzung des jeweiligen Gegenübers werden für sie auch weiterhin bei ihrer Arbeit im Vordergrund stehen, versicherte die Superintendentin.

 

 

 

 

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