CELLE. 1040 Weihnachtspakete von 690 Paketspendern des Schwarzen Kreuzes sind zurzeit deutschlandweit an Menschen im Gefängnis unterwegs. „Das sind noch einmal 126 mehr als im letzten Jahr“, so Ute Passarge von der Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz in Celle. Empfänger seien vor allem Inhaftierte, die als besonders bedürftig gelten.

Anliegen der christlichen Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz ist es, Inhaftierte bei der Suche nach neuen Lebenswegen zu unterstützen. „Ein Paket kann einen ersten Impuls in diese Richtung setzen. Kaffee, etwas Gebäck, dazu ein paar persönliche Zeilen – für einen Menschen hinter Gittern ist solch ein Paket von Unbekannt ein Zeichen, dass irgendwo auch an ihn jemand denkt. Das kann neuen Lebensmut geben“, so die Aktiven vom Schwarzen Kreuz.

„Den Paketen waren handgeschriebene Weihnachtswünsche beigelegt, die hohen Wert für den Einzelnen besitzen: Ihnen hat jemand geschrieben“, bedankte sich im letzten Jahr Christiane Karpus-Jupe, Mitarbeiterin der JVA Uelzen. Ein Gefangener schrieb: „Ich kann Ihnen versichern, dass mich das nach Jahren von Haft berührt und auch überrascht und ich selber wohl doch nicht so abgestumpft bin, wie ich manchmal befürchte.“

In den meisten Bundesländern, darunter auch Niedersachsen, dürfen Inhaftierte keine persönlichen Weihnachtspakete mehr bekommen. Grund ist der hohe Kontrollaufwand. Als gemeinnützige Organisation hat das Schwarze Kreuz hier die Möglichkeit, Pakete an Kontaktpersonen in den Justizvollzugsanstalten zu schicken. Sie leiten sie dann an besonders bedürftige Gefangene weiter. 409 Pakete gingen an niedersächsische Justizvollzugsanstalten. Stellvertretend für alle Empfänger bedankt sich das Schwarze Kreuz bei allen, die die Aktion mit Paket- oder Geldspenden oder auf andere Weise unterstützt haben.

Das Schwarze Kreuz Christliche Straffälligenhilfe e.V. hilft seit 1925 bundesweit Straffälligen. Sein Anliegen ist es, Inhaftierte in eine bessere Zukunft ohne Straftaten zu begleiten und damit gleichzeitig neues Leid und neue Opfer zu verhindern. Das geschieht vor allem über Brief- und Besuchskontakte und über Gesprächskreise in den Gefängnissen. Die Geschäftsstelle in Celle begleitet und berät die rund 500 Ehrenamtlichen und die Inhaftierten und führt Seminare und verschiedene Projekte für sie durch. Das Schwarze Kreuz ist Mitglied u.a. im Diakonischen Werk der Landeskirche Hannovers und Sachsen. Finanziert wird die Arbeit vor allem über Spenden.

Mehr zur Paketaktion unter www.naechstenliebe-befreit.de.

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