BERLIN/CELLE. Gute Nachrichten aus Berlin überbringen die Bundestagsabgeordneten aus dem Celler Land heute für die historische Bausubstanz, die der Bauhaus-Architekt Otto Haesler in der Herzogstadt hinterlassen hat.

„Das Blumläger Feld Nord und die Altstädter Schule können mit Unterstützung des Bundes von bis zu 10,5 Millionen Euro saniert werden“, teilt die SPD-Abgeordnete Kirsten Lühmann mit. Das sei eine wichtige Unterstützung für das kommende Bauhaus-Jubiläumsjahr. „Die Bauwerke Haeslers sind von großer Bedeutung. Der Einsatz in Berlin hat sich gelohnt, ich danke allen, die mir dabei geholfen haben“, so die Abgeordnete aus dem Celler Land.

In den heutigen Beratungen der Haushaltsbereinigungssitzung sei das Celler Vorhaben in den kommenden Haushalt aufgenommen worden. Der endgültige Beschluss über den Bundeshaushalt 2019 falle später im November. Lühmann ist überzeugt: „Wir werden dieses einzigartige Kulturdenkmal-Ensemble in Celle retten können. Zusätzlich erhalten wir preiswerte Wohnungen, denn ohne den Zuschuss wären nach der Renovierung die Mieten unbezahlbar.“ Die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann hatte sich in der Vergangenheit intensiv für einen nachhaltigen und langfristigen Erhalt eingesetzt. Neben zahlreichen Gesprächen in Berlin und Besuchen war zuletzt Ende August der SPD-Haushaltspolitiker Kahrs zu Besuch in Celle und hatte die Haesler-Bauwerke besichtigt.

Auch Henning Otte (CDU) freut sich, dass der Bund die Sanierung von denkmalgeschützten Haesler-Bauten mit 10,5 Mio. Euro zur Hälfte finanziert und somit die Altstädter Schule und das Blumläger Feld Nord in erheblichem Maße staatlich gefördert werden können. Allein aus dem städtischen Haushalt sei dies nicht zu leisten. „Damit ist der Haushaltsausschuss unserer Empfehlung gefolgt“, zeigt sich Henning Otte zufrieden. Es habe allerdings mehrerer Anläufe bedurft, bis der Bund sich finanziell an der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der Schule und der energetischen Sanierung habe beteiligen wollen. So habe er sich mehrere Male schriftlich an die damalige Bundesbauministerin Barbara Hendricks gewandt, um auf die kulturhistorische Bedeutung dieses Bauwerks hinzuweisen, so Otte. Der Weg über das Parlament sei nun erfolgreich gewesen.

Beim Blumfelder Feld Nord stellt die marode Bausubstanz nach Einschätzung des CDU-Abgeordneten eine besondere Herausforderung dar. Die Siedlung befindet sich noch großenteils im Originalzustand ist jedoch marode. Das hätten statische Untersuchungen der letzten Monate gezeigt. Allein hier schätzt die städtische Wohnbaugesellschaft WBG laut Otte die Kosten auf 14 Mio. Euro, um die Gebäude zu erhalten, zu sanieren und denkmalgerecht anzupassen. Trotz der nun gewährten Zuschüsse bleibe die Maßnahme ein finanzieller Kraftakt.

2019 stehen die Gebäude von Haesler besonders im Fokus, da dann das Bauhausjubiläum gefeiert wird. „Ich halte es für spannend, dass man 2019 nicht fertig sanierte Gebäude präsentiert, sondern mit den voraussichtlich ersten Baumaßnahmen die Herausforderungen mit dem denkmalgeschützten Bauten hautnah miterleben kann. Wir haben in Celle in diesem Bau-Ensemble ein nahezu einmaliges historisches Erbe aus der Zeit vor 100 Jahren“, so Henning Otte.



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