16 statt 5 Euro - Kostenexplosion in Adelheidsdorfer Baugebiet

Politik Von Redaktion | am Fr., 27.07.2018 - 18:32

ADELHEIDSDORF. Fünf bis sieben Euro Erschließungskosten pro Quadratmeter seien 2015 zugesichert worden, nun sollen es mehr als 16 Euro werden. Die Kostensteigerung im Baubereich trifft Häusle-Bauer in Adelheidsdorf in erheblichem Umfang. Anlieger im Baugebiet „Östlich Sandbirkenstraße“ informierten uns am 13.7. und wir hakten nach. Das war gar nicht so einfach, denn uns erging es wie den Bauherren und -damen: Die in einem Wurfschreiben angegebenen Ansprechpartner für Betroffene waren krank bzw. im Urlaub.



Erst heute, am 27.7., sah sich der Allgemeine Vertreter der Samtgemeinde Wathlingen, Stefan Hausknecht, in der Lage zu antworten. Er bestätigt die mutmaßlich nötigen Mehrausgaben, die aufgrund "Kostensteigerungen im Baubereich" nötig geworden seien. Die Antwort, wie gewohnt auf CELLEHEUTE unzensiert und unkommentiert:

"Erschließungsbeiträge für endgültig hergestellte Straßen werden nicht nach einem festgesetzten pauschalen Beitragssatz erhoben, sondern werden nach den tatsächlich entstandenen Herstellungskosten abgerechnet. Die Anlieger zahlen dabei 90% der Herstellungskosten. Die Gemeinde trägt 10% des Aufwandes.

Bei Verkauf der Grundstücke im Jahre 2014 wurde im Kaufvertrag eine Vorausleistung von 8,25 €/m² vereinbart. Ferner wurde den Käufern mitgeteilt, daß nach endgültiger Herstellung der Erschließungsstraße noch mit einer Nachzahlung von ungefähr 5,00 bis 7,00 €/m² Grundstücksfläche zu rechnen sei. Die Aussage bzw. die Kosten beruhten auf Erfahrungswerten vom Ausbau der Straßen im vorherigen Baugebiet 'Sandbirkenstraße/Rotdornweg'. Dort wurde die Baustraße im Jahre 2006 errichtet, der Endausbau erfolgte 2013. Der Erschließungsbeitrag belief sich auf 11,00 €/m².

Bei dem jetzigen Baugebiet 'An der Kapelle' wird mit einem derzeit geschätzten Beitrag von 18,00 €/m² gerechnet. Nach Abzug der Vorausleistung von 5,00 €/m² verbleit somit eine ungefähre Nachzahlung von ca. 13,00 €/m². Die Erhöhung des Beitrags ist auf Kostensteigerungen im Baubereich zurückzuführen, die im Jahr 2014 in dieser Größenordnung nicht absehbar waren (Ausbau „Sandbirkenstraße“ 2006 bis 2013, Ausbau „An der Kapelle“ 2013 bis 2019).

Der geplante Ausbau und die geschätzten Kosten wurden seitens der Verwaltung in einer Anliegerversammlung am 21.03.2018 in sachlicher Atmosphäre vorgestellt, auch wurde auf Stundungs- und Ratenzahlungsmöglichkeiten hingewiesen. Bis auf eine/n Anlieger/in waren hier alle AnliegerInnen zugegen. Insofern hätte ich mir gewünscht, dass an Stelle des Verfassens eines anonymen Schreibens dort in der Versammlung die Thematik im Beisein nahezu aller AnliegerInnen anhand der geäußerten Kritik noch weiter vertieft worden wäre.

Abschließend sei nochmals herausgestellt, dass der Erschließungsbeitrag nach dem tatsächlich festgestellten Kostenaufwand abzurechnen ist."

Ob und wie die Anwohner rechtlich gegen die Forderung vorgehen wollen, ist nicht bekannt.