CELLE. „Mehr Lehrstellen der Betriebe, weniger Jugendliche und die damit einhergehende Herausforderung, die angebotenen Ausbildungsplätze und die Ausbildungswünsche der Jugendlichen in Einklang zu bringen“, so bilanziert Agenturchef Sven Rodewald die aktuelle Ausbildungssituation im Landkreis Celle und Heidekreis.

Folgende Zahlen gibt die Agentur für Arbeit Celle für das Ausbildungsjahr 2017/18 bekannt:

• 2.097 gemeldete Ausbildungsstellen; 13 weniger als im Vorjahr

• 2.459 Bewerber; 41 weniger als im Vorjahr

• 190 unbesetzte Berufsausbildungsstellen

• 184 nicht vermittelte Bewerber

Laut Agentur für Arbeit stellt sich die Situation folgendermaßen dar: Von Oktober 2017 bis September 2018 nahm die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ab und lag bei 2.097 –  eine Abnahme von 13 Ausbildungsstellen zum Vorjahr. Dem gegenüber hat sich die Zahl der Ausbildungsbewerber erhöht. Insgesamt 2.459 Bewerber zählte die Agentur für Arbeit Celle mit ihren Beratungseinrichtungen in Celle, Hermannsburg, Soltau und Walsrode. Das waren 41 (-1,6 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Am Ende des Berichtsjahres waren 184 Bewerber in den Agenturstandorten und Jobcentern der Landkreise noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber standen zum Ende des Berichtsjahres noch 190 unbesetzte Ausbildungsstellen.

Viele Bewerber verfolgen eine Doppelstrategie und haben eine Alternative (weiterer Schulbesuch, Studium, Freiwilligendienst, etc.) falls es mit einem Ausbildungsplatz nicht klappen sollte. Auch noch nicht vermittelte Bewerber haben zwischenzeitlich weitere Beratungsgespräche und Angebote erhalten und können ihren Weg in die Ausbildung anbahnen.

„Reichlich Lehrstellen, aber nicht genügend Bewerber!“ – so skizziert Sven Rodewald, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Celle kurz die Lage am Ausbildungsmarkt 2017/2018. „Die Ausbildungswünsche der Jugendlichen sind nicht immer deckungsgleich mit den gemeldeten Ausbildungsstellen, denn eine rein mathematische Betrachtung darf auf Grund der Interessenlage der Bewerber nicht erfolgen“. In einigen Bereichen gibt es mehr Bewerber als Ausbildungsplätze und andere Bereiche haben weniger Zulauf. Aus Sicht der Ausbildungsunternehmen zeigt sich der Markt teils angespannt. Die Absolventen der Sekundarstufe II entscheiden sich nicht immer für die duale Ausbildung, auch weil sie sich nicht früh entscheiden wollen und noch Überlegungs- und Beratungsbedarf haben – hier unterstützt das Beratungsangebot der Berufsberatung mit Möglichkeiten der Studienberatung oder die Teilnahme an Selbsterkundungs- und Berufswahltests.

Der Bestand an unbesetzten Ausbildungsstellen zum Ende des Beratungsjahres ist hoch und doch halten Betriebe an den hohen Erwartungen gegenüber ihrer zukünftigen Lehrlinge fest. „Wer hingegen vermeintlich leistungsschwächeren Bewerbern eine Chance gibt, erhöht die Auswahl und erhält verschiedene Angebote der Arbeitsagentur. Von Einstiegsqualifizierung bis hin zu ausbildungsbegleitenden Hilfen bieten wir Lösungen für verschiedene Herausforderungen“, so Rodewald.

Den Unternehmern bietet er an: „Bei allen Fragen rund um das Thema Ausbildung stehen wir Ihnen beratend zur Seite. Mir liegt besonders am Herzen, alle jungen Menschen ins Berufsleben mitzunehmen, so dass keine/r im Übergang von der Schule in den Beruf verloren geht und mehr Jugendliche direkt den Weg in eine Ausbildung finden.“

Das Ende des Berufsberatungsjahres bedeute nicht auch das Ende der Vermittlungsaktivitäten. Auch jetzt meldeten sich noch Jugendliche, die z. B. keinen Studienplatz erhalten haben oder eine weiterführende Schule abbrechen und nun doch eine duale Berufsausbildung anstreben. Gleichzeitig melden auch Betriebe noch freie Ausbildungsstellen für das bereits begonnene Ausbildungsjahr. „Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass im so genannten „fünften Quartal“ von Oktober bis Dezember eine große Anzahl der derzeit noch freien Stellen mit Auszubildenden besetzt werden kann und im Gegenzug bislang unversorgte Bewerber einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative finden,“ zeigt Rodewald die Perspektiven auf.

Denjenigen, die noch nicht in der Berufsberatung waren, legt er nahe: „Besorgen Sie sich einen Beratungstermin. Das geht am schnellsten mit einem kostenfreien Anruf im Service Center der Arbeitsagentur unter 0800 4 5555 00.“ Das Service Center der Arbeitsagentur ist montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 18.00 zu erreichen.

Die Berufsberatung unterstützt und begleitet junge Menschen unter 25 Jahren bei  der Berufswahl und -vorbereitung, der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz, der Wahl geeigneter Bildungswege im berufsbildenden System, der Wahl des passenden Studiums sowie der Bewältigung von Problemen in der Schule oder während der Ausbildung.



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