HANNOVER. Niedersachsen kann seinen Vorjahres-Rekord bei der Förderung des ländlichen Raums nochmals toppen: Agrarminister Christian Meyer hat im Zuge der Förderrichtlinie „ZILE“ (Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung) mehr als 1600 Anträge mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro genehmigt – rund 20 Millionen Euro mehr als 2016. „Es ist mir eine große Freude, so viel Unterstützung für innovative und nachhaltige Projekte in allen Regionen Niedersachsens zu leisten“, sagte der Minister. „Vom Dorfladen bis zum Hofcafé, von sozialen Projekten über den ländlichen Tourismus bis zum Erhalt des Kulturerbes ist alles dabei, was unseren ländlichen Raum besser und attraktiver macht. Unter Rot-Grün wird die Lebensqualität auf dem Land gefördert wie noch nie“, so Meyer, der sich laut seinem Ministerium persönlich und erfolgreich für deutlich mehr Fördermittel für Niedersachsen stark gemacht habe.

Mit den Fördersummen sollen unter anderem leerstehende Gebäude in den Orten umgebaut und wiederbelebt, die ländliche Infrastruktur verbessert und Nahversorgungseinrichtungen wie Dorfläden, Dorfkneipen und Hofcafés unterstützt werden. Nach der Freigabe der Fördermittel durch den Minister leiten nun die für die Umsetzung zuständigen Ämter für regionale Landesentwicklung (ÄrL) die nächsten Schritte ein. Zum Stichtag Mitte Februar dieses Jahres waren mehr als 1.600 Anträge eingetroffen. „Die Anzahl der Anträge hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit rund 880 fast verdoppelt“, so Meyer. Die Bürgerinnen und Bürger zeigten ein stetig wachsendes Interesse an den zahlreichen Möglichkeiten der ZILE-Förderung. „Sie nutzen das Potenzial zur Aufwertung ihrer Lebensräume und beantragen Fördergelder für tolle Projekte“, sagte der Minister.

Rund 60,7 Millionen Euro stammen aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER), etwa 39,4 Millionen Euro fließen aus der „Gemeinschaftsaufgabe für Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK)“. Die Schwerpunkte der ZILE-Förderung 2017 liegen in der Dorfentwicklung mit nahezu 60,2 Millionen Euro, gefolgt von den Basisdienstleistungen zur Grundversorgung der örtlichen Bevölkerung mit 12,4 Millionen Euro und der Flurbereinigung mit etwa 9,2 Millionen Euro – jeweils inklusive Ko-Finanzierung. Daneben spielen der ländliche Wegebau mit etwa 8,8 Millionen Euro und der ländliche Tourismus mit rund 6,8 Millionen Euro Gesamtvolumen eine bedeutende Rolle.

Zum 1. Januar 2017 wurden die ZILE-Optionen nochmals optimiert, so dass in einigen Bereichen die Fördersätze angehoben werden können. Zugleich wurde die Förderung von Kleinstunternehmen zur Sicherung der Grundversorgung vor Ort ermöglicht. Mit dieser neuen Maßnahme können erstmals Projekte gefördert werden, bei denen der Antragsteller ein Kleinstunternehmer mit weniger als zehn Mitarbeitern ist. So werden etwa Handwerksbetriebe in ländlichen Räumen unterstützt, die in die Einrichtung oder Erweiterung bestehender Werkstatteinrichtungen investieren. Eine Förderung erhält zum Beispiel eine lokale Schlachterei mit regionalen Produkten. „Solche Maßnahmen erhalten die Wirtschaftskraft in den Regionen und sichern wichtige Arbeitsplätze im direkten Umfeld“, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

Hintergrund:
Agrarminister Meyer hatte bei den Verhandlungen zur Verteilung der EU-Fördermittel im Jahr 2013 erreicht, dass der EU-Fördertopf für den ländlichen Raum – obwohl er insgesamt um zehn  Prozent gesunken ist –  in Niedersachsen durch einen neuen Verteilungsschlüssel auf 1,1 Milliarden Euro für die Förderperiode bis 2020 stieg. Inklusive der staatlichen Ko-Finanzierungen werden somit durch alle ELER-Maßnahmen insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro öffentliche Mittel in den ländlichen Raum Niedersachsens investiert.

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