Der Kulturkreis Fachwerk im Celler Land (KKF) gehört zu den 16 Gründungsmitgliedern des im Sommer 2015 gegründeten BürgerWerks. In halbjährlichen Abständen trifft sich das Netzwerk in den Städten und Gemeinden der teilnehmenden Initiativen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. „Wir wollen gemeinsam schauen, was in anderen Städten gut läuft und was eventuell nicht so gut läuft. Jedes unserer Mitglieder hat Kompetenzen oder Resourcen, von denen die anderen profitieren können. Am Ende der Tagung kann das eine oder andere als Anregung für die eigene Stadt mitgenommen werden“, so Jörg Giere, stellvertretender Vorsitzender der KKF, der durch das sechsstündige Programm in Celle führte.

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Aus Wanfried und Witzenhausen sowie aus Hannoversch Münden wurde von der sehr erfolgreichen Arbeit der dortigen Gruppen berichtet. Hier konnten durch verschiedene Maßnahmen, wie z. B. ein Musterhaus und eine kostenlose Beratung zur fachgerechten Sanierung historischer Gebäude, Leerstände deutlich reduziert werden.

Vom Celler KKF waren Dawn Doneck vom Cafe Rio’s und Jean Priol (Weinstube Pirol Der Vogel) eingeladen worden, über Aktionen zu berichten, die von ihnen ins Leben gerufen oder aktiv begleitet worden waren, wie z. B. der Widerstand gegen das geplante Einkaufszentrum in der Bergstraße im Jahr 2010 oder auch die Aktion „Ecken wecken, Celle entdecken“, die auf „im Dornröschenschlaf“ liegende Objekte aufmerksam machen sollte.

„Celle ist nicht so katastrophal, wie es häufig gesagt oder geschrieben wird. Es gibt viele kleine Aktionen, die von Bürgern für Bürger gemacht werden, und das ist wichtig“, ist Doneck überzeugt. Man dürfe nicht alles der Stadt überlassen, sondern müsse auch selbst aktiv werden. Aus ihrer Sicht gebe es in Celle möglicherweise zu viele verschiedene Gruppen, die in der Stadt etwas bewegen wollen. Hier mangele es an der Kommunikation untereinander, man müsse sich einfach besser vernetzen.

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Im Anschluss an die Gesprächsrunde gab es für alle Teilnehmer einen Rundgang durch die Celler Altstadt, wobei als besonders positives Projekt die von Dörte Hirschfeld gemeinsam mit Architekt Dirk Sonemann realisierte Restaurierung des Hauses in der Bergstraße 12 angesehen werden konnte. Die Inhaberin des „Alten Provisors“ berichtete über die Erfahrungen, die sie bei der Renovierung des alten Fachwerkhauses gemacht hat. „Es braucht viel Mut und Ideen, aber es hängt auch ganz viel Freude dran“, versicherte Hirschfeld den begeisterten Besuchern.

Als Negativbeispiele bzw. Herausforderungen für Celle wurden die von vielen Leerständen betroffene Schuhstraße und ein Haus am Heiligen Kreuz gezeigt, aus dem bereits eine kleine Birke wächst. „Das Haus stirbt, und die Stadt sieht dabei zu“, so Ingo Vormann vom KKF.

Ehe die Gast-Initiativen wieder den Heimweg antraten, bekamen die Altstadtfreunde Treysa als  Ausrichter der nächsten BürgerWerk-Tagung einen symbolischen Holznagel überreicht. In Celle hatten sie bereits Gelegenheit, Probleme mit der Renovierung einiger heruntergekommener Häuser in ihrem Ort zu schildern und Fragen an die Zuhörer zu richten, die beratend zur Seite standen. In einem halben Jahr wird man dann in dem nordhessischen Ort zusammenkommen und sich ein Bild von der dortigen Situation und den Aktivitäten machen.

Das Feedback zum Ende der Tagung fiel von allen Seiten positiv aus. Sowohl Gäste als auch Gastgeber waren zufrieden mit dem Tag. Besonders das Gefühl, dass alle an einem Strang ziehen, habe sich noch verstärkt, so die Teilnehmer. Von der Herzogstadt waren die Gäste nach der Präsentation unisono der Meinung: „So schlecht steht es doch nicht um Celle!“

Wer sich für den ehrenamtlich tätigen Kulturkreis Fachwerk im Celler Land interessiert, findet weitere Informationen und Kontaktadressen unter: www.kulturkreis-fachwerk-celle.de

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