HANNOVER. Der Trend des Frühindikators „Beschäftigung“ der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) für 2017 zeigt weiterhin nach oben. Die Zahl der Beschäftigten in Niedersachsen könnte demnach im Vorjahrsvergleich um 2,3 % wachsen. Dies entspricht einem Zuwachs von 46.000 Arbeitsplätzen in Niedersachsen. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beflügeln die Konjunktur. Die niedersächsischen Unternehmen planen auf diesem Hintergrund mit mehr Arbeitsplätzen“ fasst Dr. Susanne Schmitt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN), die aktuelle Lage kurz zusammen. „Doch die Kehrseite der Medaille ist, dass der Fachkräftemangel in den niedersächsischen Unternehmen zu einem immer höheren Risikofaktor wird.“

Die anhaltend positiven Marktbedingungen mit niedrigen Zinsen, günstigem Ölpreis und wettbewerbsfähigem Eurokurs lassen die niedersächsischen Unternehmen weiterhin zuversichtlich in die Zukunft blicken. Das zeigte auch die IHKN-Konjunkturumfrage für das zweite Quartal 2017. So schätzen die Unternehmen die Risiken „Inlands- und Auslandnachfrage“ und „Energie- und Rohstoffpreise“ deutlich niedriger als noch vor fünf Jahren ein. Auf der anderen Seite ist das Risiko „Fachkräftemangel“ auf Platz eins gestiegen. Auf Platz zwei stehen die „Wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, denn die Unternehmen befürchten durch die Wahlen auf Bund- und Landesebene, die Folgen des Brexit und den zunehmenden US-Protektionismus negative Geschäftsbedingungen. „All diese Faktoren könnten die niedersächsische Wirtschaft schwächen. Dem gilt es entgegen zu wirken: Mit einer Politik, die wieder stärker an der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen orientiert ist, mit Investitionen in Infrastruktur am Standort Niedersachsen, mit der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und mit einer hohen Akzeptanz der Industrie als Wertschöpfungstreiber“, so Schmitt weiter.

„Die Kurve des IHKN-Frühindikators Beschäftigung zeigt stetig nach oben. Damit die Prognose auch Realität wird, sollte die Niedersächsische Politik für weiterhin gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen sorgen. Das kann nicht zuletzt dazu beitragen, mögliche negative die Auswirkungen von Brexit oder US-Protektionismus auf die Wirtschaft Niedersachsens abzufedern“ sagt Frank Hesse, Sprecher Volkswirtschaft und Mittelstand der IHK Niedersachsen, abschließend.

Hintergrund:
Um die weitere Entwicklung abschätzen zu können, hat die IHK Niedersachsen einen Frühindikator für die Beschäftigung entwickelt. Er prognostiziert die weitere Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der Privatwirtschaft Niedersachsens. Die Privatwirtschaft umfasst dabei das Produzierende Gewerbe, die Bereiche Handel und Verkehr, das Gastgewerbe, das Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie das Grundstücks- und Wohnungswesen. Der Frühindikator liefert Prognosewerte, die ein Jahr vor den veröffentlichten endgültigen Ergebnissen der amtlichen Statistik vorliegen.

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