PORTO ALEGRE/HERMANNSBURG. Wie sieht die Mission und Vision der Kirchen für die urbanen Ballungsräume aus? Dies beibt nach der fünften Partnerkonsultation des Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) wichtigstes Thema und Auftrag zugleich für das ELM und seine Partnerkirchen. Der Bischof der Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, forderte für den Auftrag der Verkündigung in der Zukunft besonders eine bessere theologische Qualifikation. Hintergrund sind die prognostizierten Entwicklungen für die urbanen Zentren weltweit. Laut UN wachsen bis 2030 allein die Metropolen des südlichen Afrikas noch einmal um 60 Prozent. Die Zahl der Slums in den Mega-Cities verdoppelt sich. Schon heute verzeichnet Nairobi über 200. Konsequenz werde unter anderem eine Zunahme der Kriminalität auf Grund von mangelnder Beschäftigung und Armut sein.

Die große Herausforderung: die gesundheitliche Versorgung, um Seuchen zu vermeiden. Hier müsse die Kirche Visionen entwickeln in der Kommunikation ihres Glaubensangebotes und auch für die zukünftige diakonische Arbeit. „Es braucht keine pompösen Kirchenbauten. Die Kirche muss bei den Menschen und ihren Nöten sein“, so Meister.

Am Wochenende ging in Porto Alegre, Brasilien, die 5. Partnerkonsultation des ELM zu Ende. Unter dem Motto: „Vision of Church and Mission 2030“ nahmen hieran kirchenleitende Vertreter von 13 Partnerkirchen aus Äthiopien, Botsuana,
Brasilien, Deutschland, Indien, Malawi, Peru, Russland und Südafrika teil. Michael Thiel, Direktor des ELM, fasst den Stand der Diskussionen am Ende der Partnerkonsultationen wie folgt zusammen: „Die Partnerkonsultation mit Vertretern von 13 Partnerkirchen und den drei Trägerkirchen hat das Gespräch untereinander gestärkt. Die Erfahrungen der brasilianischen Kirche, als Minderheit in der Gesellschaft zu arbeiten, decken sich mit anderen. Wir erkennen die Nöte der Menschen und begleiten sie mit den notwendigen Projekten. Die Kirche 2030 muss bei den Menschen sein. Dazu muss sie sich zu ihnen bewegen und verändern.“

Als Werk der evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannovers, Braunschweig und Schaumburg-Lippe nimmt das ELM die Auslandsbeziehungen zu Partnerkirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika wahr. Die Zusammenarbeit reicht dabei von der theologischen Ausbildung über medizinische, ökologische und soziale Projekte bis zum Austausch von Personal.

Text: Christoph Ernesti, ELM

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