CELLE. „Die Nordwall-Halle ist denkmalwürdig, da unter anderem ein öffentliches Interesse besteht, sie geschichtlich bedeutsam ist, weil historische Ereignisse und Entwicklungen anschaulich werden, sie ästhetische und gestalterische Qualität besitzt, sie nicht rettungslos abgängig und somit der Erhaltungsaufwand zumutbar ist“, schreibt Ute Rodenwaldt-Blank in einer Pressemitteilung. Die Cellerin hat vor vier Wochen eine Petition auf www.change.org gestartet und dort mittlerweile 541 Unterschriften für den Erhalt der Turnhalle am Nordwall gesammelt. Ihre Unterschriften liegen der Stadt Celle und dem Niedersächsischen Amt für Denkmalpflege vor. Damit erhält das Anliegen der Celler Kulturpreisträger Dres. Elke und Lothar Haas sowie Dietrich Klatt, breite Unterstützung.

Der Abriss der ehemaligen MTV-Halle sei seitens der Stadt durch den Beschluss des Verwaltungsausschusses beschlossene Sache. Die Stadt sei damit nicht der Empfehlung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bauen gefolgt, in dem mehrheitlich beschlossen worden war mit den Stimmen der Fraktionen SPD, Bündnis 90/ Die Grünen, Linke/BSG und AfD, den Tagesordnungspunkt „Abriss der Nordwall-Halle“ von der Tagesordnung zu nehmen. Damit hätte man den Anträgen der Fraktionen SPD und Linke/BSG und der Bitte des Niedersächsischen Amtes für Denkmalpflege folgen können, die weitere Hinweise zur Denkmalwürdigkeit prüfen wollten.

Die Halle sei „denkmalwürdig“, da das Niedersächsische Amt für Denkmalpflege sie inzwischen im Einvernehmen mit der Stadt unter Denkmalschutz stellen würde, so Rodenwaldt-Blank. 2007 hatte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege jedoch noch attestiert, die Halle müsse nicht unter Denkmalschutz gestellt werden.

„Warum lehnte die Stadt Celle das aktuelle Angebot des Niedersächsische Amtes für Denkmalpflege ab, die Nordwall-Halle mit Einvernehmen der Stadt Celle unter Schutz zu stellen? Warum wird eine noch heute nutzbare innerstädtische historische Sporthalle abgerissen, obwohl sie den geplanten Straßenverlauf nicht stören würde? Nach dem Sportentwicklungsplan (2015) bestünde nach dem Abriss ‚gesamtstädtisch eine nicht mehr ausreichende Versorgung‘, da keine neue Sporthalle gebaut wird“, fragt Ute Rodenwaldt-Blank.

Die Stadt Celle wolle das Grundstück gewinnbringend verkaufen. „Mit dem Abriss der Turnhalle würde eines der wenigen noch vorhandenen Bauwerke abgerissen werden, welches Zeugnis ablegt, von den innovativen Bemühungen der Holzbauer früher Zeiten zur Verbesserung der Lebensverhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts beizutragen“, zitiert Rodenwaldt-Blank Prof. Dr. Wolfgang Rug. Sie und mehrere hundert Celler sind überzeugt: „Die Nordwall-Halle ist von unschätzbaren geschichtlichem Wert“ und rufen weiterhin zur Unterschrift für ihren Erhalt auf.





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