91.100 Euro für LEADER-Projekte im Oberen Örtzetal

Politik Von Extern | am Mo., 26.04.2021 - 15:58

OBERES ÖRTZETAL. Bereits zum zweiten Mal traf sich die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der LEADER Region Kulturraum Oberes Örtzetal im virtuellen Raum zur Sitzung. Mittlerweile haben sich alle an das Format gewöhnt, es wurde munter geplaudert und konstruktiv über zu beschließende Projekte diskutiert. Die Sitzung startete mit einem inoffiziellen Tagesordnungspunkt: der Verabschiedung von Rudolf Horst, der im Sommer seinen Ruhestand antritt. Der erste Kreisrat und Bauamtsleiter der Stadt Munster ist Gründungsmitglied der Region „Kulturraum Oberes Örtzetal“. Er hat den Kulturraum immer tatkräftig unterstützt und begleitet sowie viele Projekte ins Rollen gebracht. Sein Nachfolger Benjamin von Ahlen nahm zum ersten Mal an der LAG Sitzung teil und wurde von den Mitgliedern herzlich in Empfang genommen.

Der offizielle Teil der Sitzung drehte sich insbesondere um zukünftige LEADER-Projekte und die kommende EU-Förderperiode. Deren Start verschiebt sich ins Jahr 2023. Die LEADER-Regionen werden für die Übergangsjahre von der jetzigen Förderperiode 2014-2020 weitere Mittel erhalten, sofern sie ihr eigenes Budget bereits verbraucht haben. Im Oberen Örtzetal sind noch einige wenige eigene Mittel vorhanden. Ob weitere dazukommen, wird das Landwirtschaftsministerium voraussichtlich im Mai bekannt geben.

Um die LEADER-Mittel in den Umlauf zu bringen, gab die LAG für drei neue LEADER-Projekte insgesamt rund 91.000 Euro frei. Erstes Projekt ist die Neugestaltung des Bauerngartens auf dem Wietzendorfer Peetshof. Ursprünglich war es Bestandteil des LEADER Projekts „Bauerngarten, Luftschutzbunker und Eingangsbereich“ des Museumshofes. Dieses musste die Gemeinde Wietzendorf jedoch zurückziehen, da sich erhebliche Änderungen in den Planungen ergaben. Sehr erleichtert über den positiven Beschluss der LAG zeigte sich Volker Hestermann von der Gemeinde Wietzendorf: „Ich freue mich wirklich sehr. Jetzt können meine Mädels loslegen und ihren Bauerngarten neu anlegen. Das ist ein Herzensprojekt.“ Rund 27.200 Euro Fördermittel tragen dazu bei, dass der beliebte Bauerngarten neu entstehen kann. Inmitten der vielfältigen Pflanzenwelt soll er auch einen kleinen Ruheplatz erhalten.

Die Gemeinde Faßberg bekommt rund 49.000 Euro LEADER-Mittel für eine „Machbarkeitsstudie für einen Aussichtsturm auf dem Haußelberg“. Sie soll die touristischen und wirtschaftlichen Aspekte für den Bau eines eher ungewöhnlichen Aussichtsturmes beleuchten. Die Ideen sind vielfältig. So könnte ein Infozentrum entstehen, das Interessierten die Landvermessung des Mathematikers Carl Friedrich Gauß, die er unter anderem vom Haußelberg aus vornahm, nahebringt. Ein Ereignis, das sich im
kommenden Jahr zum 200. Mal jährt. Ein „Dark Sky“-Projekt bietet sich hier aus Sicht der Gemeinde Faßberg genauso an wie die Einrichtung eines außerschulischen Lernstandortes oder Informationen über die Eiszeiten. Der Aussichtsturm könnte also mit diversen Angeboten ein Leuchtturm-Projekt werden und den Naturpark Südheide bereichern.

Auch das dritte beschlossene Projekt besitzt Modellcharakter: Die Landberatung Hermannsburg-Bergen e.V. möchte ein „Wetternetzwerk Oberes Örtzetal“ einrichten. Ausgelegt ist es insbesondere für die Erfassung von Daten, die für die Landwirtschaft wichtig sind. Rund 40 solarbetriebene Wetterstationen sollen Wetterdaten sammeln. Sie ermöglichen ein effektiveres Wirtschaften und den gezielten Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Beregnung. Das Handeln der Landwirtschaft wird dadurch klima- und umweltfreundlicher. Das Wetternetzwerk macht zu dem viele Kontrollfahrten überflüssig: Ein Blick in die App zeigt beispielsweise, ob es bei einem Hof-fern gelegenem Feld gestern ausreichend Niederschlag gab. Knapp 15.000 Euro fließen in den Aufbau des Wetternetzwerks.

Im Juli 2021 wird die LAG sich zur nächsten Sitzung treffen und bei dieser auch gleich eine Evaluierungsworkshop durchführen – denn obwohl die nächste Förderperiode noch auf sich warten lässt, steht die Fortschreibung der Regionalen Entwicklungskonzepte (REK) kurz bevor und somit auch die Frage, wie sich die Region in Zukunft weiterentwickeln möchte.

 

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