BERGEN-BELSEN. Ein thematischer Rundgang zum Thema „Kinder und Jugendliche im Konzentrationslager Bergen-Belsen“ findet am Sonntag, den 16. Juli 2017, um 14:30 Uhr statt.

Im Konzentrationslager Bergen-Belsen befanden sich unter den etwa 120.000 Häftlingen aus fast allen europäischen Ländern auch zahlreiche Kinder und Jugendliche, unter ihnen auch Anne Frank. Allein die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die hier inhaftiert waren, wird auf mindestens 3.000 geschätzt. Damit gehörte Bergen-Belsen zu den nationalsozialistischen Konzentrationslagern mit einer der höchsten Anzahl von Kindern. Die beiden jüngsten am 15. April 1945 von britischen Truppen im KZ Bergen-Belsen befreiten Häftlinge waren einen Tag alt. Insgesamt wird die Zahl der Geburten im KZ Bergen-Belsen auf mindestens 200 geschätzt. Nur wenige dieser Neugeborenen haben jedoch überlebt.

Die meisten der in Bergen-Belsen inhaftierten Kinder und Jugendlichen waren jüdischer Herkunft, zum kleineren Teil gehörten sie zur Gruppe der Sinti und Roma oder waren im Zusammenhang mit der Rekrutierung von Arbeitskräften für die Zwangsarbeit nach Bergen-Belsen deportiert worden.

Wie war die Lebenssituation dieser Kinder und Jugendlichen im Konzentrationslager Bergen-Belsen und welche Überlebenschancen hatten sie? Wie veränderte sich unter den Bedingungen des Lebens im Konzentrationslager ihr Verhältnis zu den Erwachsenen und wie konnten sie ihre Ängste im Lager bewältigen? Insbesondere durch mehr als 120 lebensgeschichtliche Videointerviews mit Kinderüberlebenden des KZ Bergen-Belsen, die in den vergangenen Jahren noch geführt werden konnten und durch neu aufgefundene Häftlingstagebücher – einige davon von Kindern und Jugendlichen verfasst – wissen wir darüber heute wesentlich mehr.

Im Rahmen einer Führung durch die Dauerausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen stellt
Dr. Thomas Rahe am Sonntag, den 16. Juli 2017 den aktuellen Kenntnisstand zu Kindern und Jugendlichen im Konzentrationslager Bergen-Belsen und einige der wichtigsten Bild- und Textdokumente sowie Originalexponate dazu vor.

Der Eintritt ist frei.

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