Rode und Kudrass: "Abdeckung des Kalibergs mit der FDP nicht machbar"

Politik Von Extern | am Do., 13.08.2020 - 16:38

WATHLINGEN. Heinz-Henning Rode und Robert Kudrass von der FDP-Fraktion im Rat der Gemeinde Nienhagen nehmen wie folgt Stellung zur Debatte um die Abdeckung des Kalibergs bei Wathlingen:

"In den letzten Wochen waren in den Medien mehrfach Berichte zu lesen, in denen wieder und wieder scheinbar neue Ideen zur Umsetzung der Abdeckung des Kaliberges in der Samtgemeinde Wathlingen aufgezeigt wurden. Die Autoren erklärten Möglichkeiten von neuen Straßenführungen, die den Anlieferverkehr von belastetem Z2-Material zur Kalihalde aus unseren Dörfern heraushalten sollen. Dabei wird außer acht gelassen, dass solche Vorhaben erneut jahrelange weitere Planfeststellungsverfahren mit sich bringen und wiederum große Eingriffe in unsere vorhandene Natur mit hohem finanziellem Aufwand bedeuten. 

Zusätzlich kommen dann noch Vorwürfe an die Gemeinde Nienhagen, dass diese alternative Anlieferkonzepte zur Kalihalde blockieren bzw. verhindern würde. Andere Autoren bringen als Super-Idee sogar eine Verlegung des schon gebauten Recycling-Platzes auf das alte BEB-Gelände mit Förderband zum Kaliberg ins Spiel.  

Unglaublich! Die FDP hatte schon am 15.02.2016 im Rat der Gemeinde Nienhagen genau einen solchen Antrag im Rahmen der Alternativen gestellt, der aber aus verschiedensten nachvollziehbaren Gründen dann aber nicht weiter verfolgt wurde. Und jetzt werden in blindem Aktionismus für K+S all diese Geschichten wieder aus der Mottenkiste hervorgeholt - es ist nicht zu fassen!

Ich verstehe wirklich nicht was mit diesen Artikeln im Wathlinger Boten bezweckt werden soll. Für mich ist ganz klar, dass wir aufgrund der in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse mit allen Mitteln eine Schadstoffabdeckung am Kaliberg verhindern müssen und nicht weiter nach wilden Umsetzungsmöglichkeiten für K+S im Naturschutzgebiet suchen dürfen.

Außerdem ist der vom LBEG vorzeitig genehmigte RC-Platz für die Brechanlage in der Kolonie Wathlingen bereits errichtet. Dieser Platz, auf dem inzwischen auch schon eine Menge Material lagert, hat enorme finanzielle Ressourcen verschlungen. Unverständlich, dass aus CDU-Kreisen der fragwürdige Vorschlag kommt, diesen Platz auf das BEB-Gelände zu verlagern. Der vorzeitig von Behördenseite genehmigte RC-Platz ist für Millionen gebaut worden, wird jetzt mal kurzer Hand zurückgebaut und bei der BEB im Naturschutzgebiet wieder neu installiert - alles möglich (???), und der Steuerzahler macht wie immer das Portmonee auf. Spielt Geld überhaupt keine Rolle mehr, liebe CDU?!
 
All diese jetzt vorgebrachten verwegenen Vorschläge werden die Freien Demokraten in ihrem Meinungsbild nicht umstimmen. Wir haben zum Kaliberg in Wathlingen eine klare Linie, die für uns auch durch das Votum des Kreistages in Celle noch einmal bestätigt wurde. Unter den gegebenen Umständen und angesichts der vielen offenen Fragen darf es vorerst keine weiteren Aktivitäten durch K+S am Kaliberg geben! Für die gesamte FDP ist die Gefahr eines riesigen Umweltschadens mit einer angeblichen 'Begrünung' des Kaliberges nicht aus der Welt geschafft. Der Berg steht im Grundwasser, salzt aus und vernichtet so unsere so die wertvolle Ressource Wasser. Durch die Auflagerung von Z2-Schadstoffen wird diese prekäre Situation dann um ein vielfältiges verschlimmert und derartige Nachteile für unsere Bürgerinnen und Bürger wird es mit den Freien Demokraten nicht geben.

Da hilft auch keine wild zusammenkopierte Resolution der Gemeinde Wathlingen, in der dem Leser suggeriert werden soll, dass der Wathlinger Gemeinderat Maximalforderungen aufstellen würde. Hier wäre es besser, wenn Wathlingen eindeutige Beschlüsse fassen und durch z.B. ein neues Raumordnungsverfahren das Naturschutzgebiet Brand um die Fläche des Kaliberges erweitern würde. Und nur mal so am Rande, die hochgepriesene ‚copy-and-paste-Resolution‘ von Bürgermeister Harms stammt zum größten Teil aus der Feder der FDP-Kreistagsfraktion Celle, nur mit dem Unterschied, dass in der FDP-Fassung nicht alles doppelt zu lesen war.

Zum Thema Kalibergabdeckung in Wathlingen gibt es noch sehr viele offene Fragen zu klären. K+S hat mit tatkräftiger Hilfe des LBEG viele 'Pflöcke eingeschlagen', obwohl eine endgültige Genehmigung noch nicht vorliegt, die aber eine Umkehr oder Änderung der Aktivitäten nach Möglichkeit verhindern sollen. Hierzu werden wir, Freie Demokraten, unsere Bemühungen in der Sache niemals aufgeben und die Machenschaften von K+S und auch dem LBEG weiterhin sehr kritisch begleiten. Wenn es einen Umweltschaden und eine Grundwasserverschmutzung durch den Kalikonzern gibt, wird es mit der FDP keine Schadstoffabdeckung am Kaliberg geben.