CELLE. Über ein Jahr begleitete das Team der CD-Kaserne – namentlich Gerd Janke, Ilona Janke und Kai Thomsen – sechs Modell-Kindergärten, die sich bereiterklärt hatten am Projekt „Systemisch-interkulturelle Prävention“ teilzunehmen. Sie setzten verschiedene Methoden des von der CD-Kaserne für pädagogische Einrichtungen entwickelten systemisch-interkulturellen Präventionsansatzes ein und prüften diese im Hinblick auf Praxistauglichkeit.

Teilnehmende Kindertagesstätten waren aus Celle: die Kindertagesstätte Löwenzahn, das Gertrud-Kock-Haus, der städtische Kindergarten Neustädter Holz und die katholische Kindertagesstätte St. Ludwig. Aus dem Landkreis Celle nahmen die Kita „Neuer Weg“ in Bergen und die DRK Kindertagesstätte Osterberg in Eschede an der Praxisphase des Projektes teil.

Im Juni dieses Jahres veröffentlicht das SIP-Team nun die Ergebnisse der abschließenden Evaluation des Kölner Instituts für Evaluation „Univation“. „Mit den Evaluationsergebnissen können alle Beteiligten sehr zufrieden sein. So wurden in allen teilnehmenden Kitas die Gesamtentwicklungen in der Organisation und in den Teams deutlich vorangetrieben, die Fachkräfte sind sensibler im Umgang mit anderen Kulturen geworden und die Teams haben sich positiv entwickelt“, lautet das Fazit des SIP-Teams der CD-Kaserne. „Wir sind wirklich froh über das erzielte Ergebnis. Die Kitas waren erstaunt zu sehen, wie sich das Teamgefüge entwickelt hat“, so Janke.

Darüber hinaus hätten die Kita-Mitarbeitenden grundlegende Kenntnisse zum systemischen Ansatz und Elemente einer systemischen Haltung (wie Offenheit, Ressourcenorientierung etc.) aufbauen können. „Sie konnten Kenntnisse und neue Fähigkeiten zur lösungsfokussierten Gesprächsführung, zur Partizipation und deren Umsetzung im Kita-Alltag und zum Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen erwerben. Alle Teams konnten unter anderem ihre Kommunikation miteinander, ihren Umgang mit Konflikten, die Reflexion der eigenen Arbeit sowie teils konkrete Prozesse und Strukturen zum Positiven entwickeln“, erläuterte das begleitende Team heute gegenüber der Presse. In einem Teil der Modellkitas wurde die Partizipation von Kindern und Familien systematisch ausgeweitet.

Abschließend kommt der Evaluationsbericht zu folgendem Schluss: „Das SIP-Konzept bewährte sich in der modellhaften Erprobung unter durchaus heterogenen Bedingungen insgesamt sehr gut. Die Befragungsergebnisse weisen darauf hin, dass das ‚Gesamtpaket‘ des Prozesses mit seinen unterschiedlichen Elementen zum Projekterfolg wesentlichen beigetragen hat. Eine Weiterarbeit mit dem bestehenden Gesamt-Konzept erscheint vor diesem Hintergrund sehr nutzbringend“.

Die Veröffentlichung der Evaluation läutet nun auch die Abschlussphase des Modellprojekts ein, das im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Im letzten halben Jahr des Projekts, wird es noch eine Fachtagung geben und eine weitere Veröffentlichung mit Artikel verschiedenster FachexpertInnen und Handlungsempfehlungen für die Praxis.

Im Rahmen des Modell-Projekts fanden bereits drei Fachtagungen statt, die sich als wichtiger Fachaustausch und Inputgeber überregional etabliert hätten. Mit der Fachtagung: „Wissen, was hilft! Wirksame Ansätze und Methoden für eine nachhaltige systemisch-interkulturelle Arbeit in der Kindertagesstätte“ am Freitag, den 25. Oktober 2019 in der Congress Union, Celle, wird dieser wichtige Austausch erneut aufgegriffen. Anmeldungen können bereits abgegeben werden. Es sei innerhalb des vergangenen Jahres ein Netzwerk entstanden, das mit der kommenden Veranstaltung über Celle hinaus ausgebaut werden soll.

Im Rahmen von sieben Workshop-Angeboten sollen wichtige Säulen des systemisch-interkulturellen Präventionsansatzes für die Abschlusstagung dargestellt werden. Pädagogische Fachkräfte, ErzieherInnen und PädagogInnen sind eingeladen, an den Erkenntnissen der dreijährigen Projektlaufzeit teilzuhaben, außerdem werden weiterführende Ansätze und Ideen werden vorgestellt. Fest steht schon jetzt: Das SIP-Zentrum soll auch nach diesem Jahr der Ansprechpartner für systemisches Arbeiten bleiben und sich weiterentwickeln.

Weitere Informationen zu den einzelnen Workshops, sowie Anmeldeinformationen unter www.sip-zentrum.de. Dort steht auch der gesamte Evaluationsbericht zum Download zur Verfügung





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