Abstellplätze, Luftpumpe, Fahrradautobahnen - Stadt Celle investiert für Radfahrer

Blaulicht + Verkehr Von Redaktion | am Fr., 05.04.2019 - 21:21

CELLE: „Wir erfinden das (Fahr)Rad zwar nicht neu, aber wir tun jetzt eine Menge mehr für den Radverkehr in Celle“, sagt Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. Das gehöre für ihn einfach zum Markenkern einer familienfreundlichen Stadt. Als eine Grundlage diene dazu die im vergangenen Jahr gestartete Umfrage „Für ein noch fahrradfreundlicheres Celle“. Über 40 Bürgerinnen und Bürger hätten sich daran beteiligt und der Verwaltung über 100 Hinweise gegeben. Rund 330.000 Euro stehen im Topf für den Radverkehr für 2019 zur Verfügung und damit haben Stadtbaurat Ulrich Kinder und sein Team - unter anderem der Fahrradbeauftragte Andreas Jürß und Jörg Frohnert als Fachdienstleiter Verkehr - jede Menge vor.

So zum Beispiel am Südwall. Im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Arno-Schmidt-Platzes sollen auch die Radler zum Zuge kommen. Im Südwall-Parkhaus werden von den Stadtwerken für Fahrradtouristen Abstellplätze mit Fächern zur Gepäckaufbewahrung eingerichtet. "Der Clou: Alle sind, ganz im Zeichen der E-Mobilität, mit E-Ladesäulen ausgestattet. Die Gepäckaufbewahrung wird von der Celle Tourismus und Marketing GmbH (CTM) verwaltet und beworben", teilt die Stadt Celle mit.

Auf dem Bahnhofsplatz soll "das bisherige Bild von wild abgestellten Drahteseln" der Vergangenheit angehören. Dafür sorgt eine sogenannte „Doppelstock-Parkanlage“. Dort, wo bereits jetzt Fahrradständer zur Verfügung stehen, also hinter dem Taxistandplatz, soll es künftig Kapazitäten für 326 Zweiräder auf zwei Ebenen geben. Das sind laut Verwaltung 150 mehr als bisher. Die nötigen Mittel dafür seien über den „Kommunalen Klimaschutz“ beim Bund eingeworben worden. Losgehen soll es mit der Erweiterung ebenfalls im Sommer.

Auch platte Reifen sollen in Celle ab sofort kein Problem mehr sein. Die nötige Abhilfe schafft -  mitten in der Innenstadt, am Eingang des Alten Rathauses -, eine öffentliche Luftpumpe. "Ausgestattet mit unterschiedlichen Ventilen für die jeweiligen Modelle, ist hier die sorgenfreie Weiterfahrt garantiert", verspricht die Verwaltung. Kosten (inklusive Aufbau) für den Stadthaushalt: rund 3.500 Euro.

Natürlich werde seitens der Verwaltung auch in die Zukunft geschaut: „Durchgehende Routen für den Radverkehr aus den abgelegeneren Ortsteilen und das abseits der vielbefahrenen Straßen, sind ein lange gehegter Wunsch von mir“, so der OB. Anderenorts auch als „Fahrradautobahnen“ bekannt, sollen diese Strecken dann aus Garßen/Bostel, Vorwerk/Hehlentor, Groß Hehlen, Wietzenbruch und Altencelle für entspannte Fahrten in die Innenstadt sorgen. Diese Vorhaben würden allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Schutzstreifen für Radler wurden laut Stadt unter anderem schon am Schlossplatz und im Alten Bremer Weg installiert. Im Fokus liege derzeit besonders die Wittinger Straße, wo Tag für Tag viele Schülerinnen und Schülern unterwegs seien.

Die Verwaltung werde sukzessive dem Radverkehr mehr und mehr Rechnung tragen. Bordabsenkungen, zum Beispiel an der Trüllerstraße im Zuge des Fuhserandweges, zusätzliche Markierungen, wie Fahrradpiktogramme in der Magnusstraße, könnten zeitnah umgesetzt. Große Maßnahmen, wie die geplante Fahrradstraße Fritzenwiese, lägen in naher Zukunft.

Über den Stand der Einzelmaßnahmen werde zu gegebener Zeit informiert. „Vorschläge unserer Bürgerinnen und Bürger sind uns nach wie vor willkommen“, wirbt OB Nigge. Auf der Seite des Fahrradbeauftragten unter www.celle.de können Ideen und Verbesserungen über den online-Fragebogen direkt ins Rathaus gesendet werden.