ADELHEIDSDORF. Der Rat der Gemeinde Adelheidsdorf hat in seiner jüngsten Sitzung mit knapper Mehrheit beschlossen, die weiteren Schritte für den Bau des Kreisels “An der Kapelle” vorläufig zu stoppen. Zunächst soll jetzt geprüft werden, ob die Gemeinde Regressansprüche gegenüber dem Planungsbüro geltend machen kann. Das Projekt sollte die Gemeinde 185.000 Euro mehr kosten, als ursprünglich geplant.

Ratsmitglied Matthias Blazek (Bündnis 90/Grüne) sieht den Beschluss kritisch. Er schreibt im Rückblick auf die Sitzung: “Nach einem längeren Redebeitrag zum Thema (mangelhafte Vorarbeit, Kostenexplosion) habe ich den förmlichen Antrag gestellt: Der Rat beschließt, das Projekt Kreisel „An der Kapelle“ einzustampfen. Verwaltungsvertreter Wolfgang Grube sagte, in dem Falle seien die bereits zugeteilten Fördermittel in Höhe von 189.000 Euro zurückzuzahlen. Er würde der Bürgermeisterin dann empfehlen, die Kommunalaufsicht einzuschalten, da der Gemeinde ein erheblicher Schaden entstehen würde.

Der weitergehende Antrag kam von Walther Graetsch (FDP). Sein Antrag, das Projekt Kreisel auf Eis zu legen, etwa vier Wochen, bis die Gemeinde mögliche Regressansprüche gegenüber dem Planungsbüro geprüft habe, wurde mit 7:6 Stimmen mehrheitlich (CDU 5, Walther Graetsch, Kurt Gärtner/Bürger für Adelheidsdorf) angenommen.

Meine Meinung: Mein Ziel, eine Signalwirkung zu erzielen, zu zeigen, dass wir als Rat der Gemeinde Adelheidsdorf ein so schlecht vorbereitetes und doch so bedeutendes Thema nicht mehr weiter verfolgen können, wurde zunichte gemacht. In vier Wochen dürfte der Sachstand der gleiche sein wie heute. Und selbst, wenn die Beseitigungskosten des belasteten Untergrundes (140.000 Euro) von den neuen Kosten abgehen sollten, haben wir immer noch eine erhebliche Mehrbelastung, auch wenn wir eine Beleuchtung und ein Buswartehäuschen herausstreichen.

Altbürgermeister Dr. Lothar Krumsiek (SPD) brachte es mit seiner Anfrage in der Einwohnerfragestunde auf den Punkt: Warum das Eichenfällen am Vortag nicht gestoppt worden ist, wo die Kostenexplosion bekannt war. Dies sei eine Signalwirkung der Gemeinde, die Bürgerin Hannelore Habicht fügte hinzu, dadurch seien Fakten geschaffen worden. Lothar Krumsiek: ‘Ein ganz schlechtes Beispiel für den Bürger’.”

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