AfD-Fraktion fordert Stopp mobiler Impfteams an Schulen

Politik Von Redaktion | am Di., 14.09.2021 - 16:13

CELLE. Nachdem der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die geplanten Corona-Impfungen an Schulen bereits kritisiert habe, beobachtet die AfD-Fraktion im Celler Kreistag eigenen Angaben zufolge "mit Fassungslosigkeit den Druck und die Eile in der Vorgehensweise". Nach Auskunft des Landkreises auf Anfrage von CELLEHEUTE gab es in der vergangenen Woche an mehreren Schulen Impfungen. "Am Montag letzter Woche an den drei Berufsschulen waren es 133 Impfungen an den anderen Schulen insgesamt 156 Impfungen (Burgstraße 70, HBG 42, Bergen 44)", teilte Pressesprecher Tore Harmening mit.

Die AfD kritisiert: An Schulen bestehe häufig Gruppenzwang, was auch der BVKJ kritisiere. In Praxen könne eine bessere individuelle Beratung von Familien stattfinden. „Selbstverständlich ist der Gruppenzwang und der soziale Druck in einer Zeit, wo Menschen die sich aus unterschiedlichen Gründen noch nicht impfen lassen möchten, und darum pauschal zum Geächteten der Gesellschaft erklärt werden, besonders hoch“, stellt Susanne Rotermund, stellvertretende Fraktionsvorsitzende fest. „Gerade in dieser Altersgruppe ist ein „dazugehören wollen“ für Kinder/Jugendliche sehr wichtig und kann natürlich dazu führen, dass sie dem Druck nicht standhalten können. Man wolle eben kein Außenseiter sein.“ 

Auch der Verbandssprecher des BVKJ, Jakob Maske, stelle fest, dass man gar keinen großen Druck habe, Jugendliche möglichst schnell zu impfen da es ja auch nicht so sei, dass Kinder zu Hunderten sterben würden. Darum rate der BVKJ auch dazu, Impfungen in Arztpraxen vornehmen zu lassen und die Entscheidung dort mit dem Arzt gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten vorgenommen werden solle, weil das im Impfbus so nicht möglich sei. 

Selbst Herr Wiswe, habe in seiner Funktion als Präsident des Niedersächsischen Landkreistags (NTL) in einem Beitrag des NDR erklärt: „Bei jüngeren Menschen müssen wir mit viel Phantasie rangehen. Bei ihnen ist das Interesse wegen des geringen Risikos bei einer Corona-Erkrankung nicht so hoch.“ 

„Warum muss man bei derart wichtigen gesundheitlichen Entscheidungen mit viel Phantasie vorgehen, wenn zudem bei jüngeren Menschen das Risiko bei einer Corona-Erkrankung doch gering  ist?“, fragt sich auch Fraktionskollege Anatoli Trenkenschu. 
Erschwerend komme hinzu, dass erst im Herbst 2020 mit den ersten Studien in dieser Altersgruppe  begonnen wurde, so dass es noch gar keine sicheren Erkenntnisse über Langzeit- bzw. Folgeschäden in Gänze gäbe. Dies hänge mitunter auch damit zusammen, dass der EMA die abschließenden klinischen Studienberichte der Impfstoffhersteller zur Sicherheit und Wirksamkeit ihrer Vakzine noch gar nicht vorlägen. Erforderlich sei dies, laut der EMA, für BionTech und Johnson & Johnson erst im Dezember 2023, für Moderna im Dezember 2022 und für AstraZeneca bis März 2024. 

„Umso fragwürdiger erscheint es darum, warum unter all diesen Gesichtspunkten ein dermaßen hoher Druck aufgebaut wird und bei einer derart wichtigen Entscheidung für die Gesundheit, Minderjährige vor den Schulen 'abgefangen' werden“, so Rotermund. „In Anbetracht der unzureichenden und lückenhaften Datenlage zur Sicherheit und Wirksamkeit dieser Impfstoffe insgesamt und insbesondere bei Heranwachsenden zwischen 12 und 17 Jahren, sehen wir mit dieser  Impfung nicht nur die körperliche Unversehrtheit als gefährdet, sie könnte auch den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung erfüllen.“  Die AfD-Fraktion fordert die Kreisverwaltung darum in ihrem Eilantrag auf, diese "unverantwortliche Vorgehensweise" sofort zu beenden.