AfD-Fraktion: "Spießige Angepasstheit einiger Celler Kulturschaffender besorgniserregend"

Politik Von Extern | am So., 02.05.2021 - 10:59

CELLE. Zu den ablehnenden Äußerungen von Celler Kulturschaffenden, mit denen sich diese gegen die für Sonnabend geplante Demonstration der Gruppe 'Celle steht auf' unter dem Motto "Kunst ist Leben" stellen, nimmt die AfD-Fraktion im Celler Stadtrat Stellung. Ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender Daniel Biermann führt dazu aus: „Die spießige Angepasstheit einiger Celler Kulturschaffender, die angeblich für die hiesige Kunstszene sprechen, ist besorgniserregend. Gerade die Kunst hat die Aufgabe, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Stattdessen machen sich hier die Kunstfunktionäre  zum kritiklosen Sprachrohr der Regierung.

Früher sagte man anerkennend, dass der Künstler nicht für die Gage, sondern den Applaus lebe. Heute scheint es leider so manchem von ihnen auszureichen, von staatlichen Geldern zu leben. Egal, ob man hinter allen Aussagen aus der Gruppe 'Celle steht auf' steht, ihre grundsätzliche Kritik am Dauerlockdown und der damit auch einhergehenden Unmöglichkeit vieler künstlerischer Darbietungen ist vollkommen berechtigt. Spätestens, wenn Künstlern, wie es gerade bei den 50 Fernsehschauspielern, die sich satirisch mit dem Corona-bedingten Kunstverbot auseinandergesetzt haben, geschehen ist, von einem SPD-Mann aus dem Rundfunkrat mit einem Beschäftigungsverbot gedroht wird, sollte jedem klar werden, dass in unserem Land etwas gewaltig auf die schiefe Bahn geraten ist.

Deshalb fragen wir uns, ob die genannten Celler Kulturschaffenden aus den vielen moralisierenden Stücken, die sie seit jeher aufführen, nicht für sich selbst gelernt haben, dass man gerade, wenn die Zeiten ungemütlicher sind, aufstehen und Missstände laut anprangern muss. Das gilt vor allem, wenn man das Glück hat, in einer Demokratie zu leben. Das Verhalten anderer in vergangenen Epochen aus sicherer Entfernung anzuprangern, ist ein Leichtes. Selbst in seiner Zeit den Mut zu besitzen, gegen staatliche Fehlentwicklungen auf die Straße zu gehen, ist bedeutend schwerer“.

Michael Fels, Mitglied im Kulturausschuss, ergänzt für seine Fraktion: „Vor allem der Intendant des Schlosstheaters sollte eigentlich erkennen, dass mit der anhaltenden Zwangsschließung die Bindung an das Stammpublikum unwiederbringlich abzubrechen droht. Das gilt in gleicher Weise für klassische Konzerte. Obwohl zu keiner Zeit bekannt wurde, dass sich trotz der dort im letzten Jahr eingeführten Hygienekonzepte Theater- oder Konzertbesuche jemals zu Corona-Hotspots entwickelt hätten, sind diese seit über einem halben Jahr verboten. Das ist ein unhaltbarer Zustand, den zu hinterfragen eigentlich Pflicht jedes Celler Künstlers sein müsste."

"Kulturbegriff missbraucht": Celler Kulturschaffende distanzieren sich von "Celle steht auf"

CELLE. Am kommenden Samstag lädt die Initiative "Celle steht auf" zur Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen unter der Überschrift "Kultur ist Leben“. „Steht auf für Wahrheit und Freiheit“ lautet die Einladung zu der Demonstration. Dazu haben jetzt mehrere Institutionen, Vereine und Gruppierungen, die 2019 bereits eine gemeinsame "Erklärung der Vielen" gegen "rechte Hetze" abgegeben hatten, eine Stellungnahme abgegeben. Auch die während der Coronakrise gegründeten "Kulturgesichter Celle" distanzieren sich von "Celle steht auf".
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