CELLE. Der in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen im November eingebrachte Verwaltungsentwurf einer neuen Gestaltungssatzung für die Innenstadt sieht nicht mehr die bisherige Vorgabe vor, der zufolge nach Abbrüchen von Fachwerkhäusern wieder Gebäude in Fachwerkbauweise zu errichten sind bzw. in dieser Weise zu bauen ist, wenn die Umgebung aus Fachwerkhäusern besteht. Stattdessen heißt es in dem Entwurf, es müsse künftig eine architektonische Einheit über die gesamte Fassade gegeben sein.

„Damit wäre eine Vielzahl von Fassadengestaltungen in der Altstadt möglich. Hierbei handelt es sich um eine ganz bewusste Abkehr von der für Celle seit jeher typischen Fachwerkbauweise seitens der Stadtverwaltung. Diese möchte nicht mehr historisierendˈbauen lassen, wie der Stadtbaurat erläutert hat“, erklärte der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Celler-Stadtrat, Daniel Biermann. Die AfD könne nicht nachvollziehen, wie man seitens der Verwaltung Celles wertvollsten Schatz, das wohl größte zusammenhängende Fachwerkensemble Europas in der Innenstadt zu besitzen, preisgeben könne, anstatt diesen unbedingt zu bewahren und auszubauen.

Der Tourismus und die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt lebten in entscheidender Weise von Celles Fachwerkkulisse. Das sei gerade jetzt wieder zu beobachten. Besucher aus aller Welt ziehe es wegen der Schönheit der Innenstadt hierher zum Weihnachtseinkauf und auf den Celler Weihnachtsmarkt. Vielen Celler Bürgern und Touristen sei gar nicht bewusst, dass die malerische Innenstadt über eine Vielzahl historisch aussehender Fachwerkhäuser verfüge, die erst in den letzten Jahrzehnten gebaut wurden. Als Beispiel nannte Biermann hier das Gebäude der Drogerie Müller, das von 1960 stammt. „Die AfD-Stadtratsfraktion hat deshalb den Antrag gestellt, die bisherige Vorgabe der grundsätzlichen Fachwerkbauweise auch für Neubauten in der Innenstadt beizubehalten“, teilte Biermann mit.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.