CELLE. Die geplante Fusion der Sparkasse Celle mit der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg wird von den AfD-Fraktionen sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag einhellig abgelehnt. Der Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion, Jens-Christoph Brockmann, erklärt dazu: „Dass die Sparkassen wegen der anhaltenden Minuszinspolitik der Europäischen Zentralbank und der zunehmenden Digitalisierung großen Herausforderungen gegenüberstehen, ist verständlich. Das Pfund der Sparkasse Celle ist aber gerade die feste Verankerung im heimischen Kreditmarkt. Dies lässt sich nur erhalten, wenn die Sparkasse auf Dauer die Celler Kunden und ihre Bedürfnisse im Blick hat.“

Eine gute Nahversorgung sei gerade für die zunehmend älter werdende Bevölkerung wichtig. Auch sei nicht absehbar, welche Risiken die andere Sparkasse, etwa in Bezug auf eine Nord/LB-Beteiligung, bei einer Fusion miteinbringe. „Der Zusammenschluss zwischen Bayerischer-Hypobank und der Vereinsbank, der in eine italienische Übernahme bzw. die deutsche Bad-Bank führte, sollte immer Mahnung sein. Größe allein ist eben für sich gesehen kein Marktwert, wie auch Airbus gerade schmerzhaft erfahren musste. Ein mögliches Debakel mit einem Sparkassen-A-380 brauchen wir in Celle nicht.“

Anatoli Trenkenschu, AfD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, setzt hinzu: „Sparkassenpolitik muss immer lokal und nicht global gedacht werden. Die Sparkassen verdanken ihre Daseinsberechtigung der Idee, die Bürger vor Ort mit Geldmitteln zu versorgen. Da ist es völlig widersinnig, überörtliche Zusammenschlüsse mit großer Ausdehnung vorzunehmen, die dann zwangsläufig den heimischen Bedarf aus den Augen verlieren. Der geplante Sparkassenhauptsitz in Gifhorn gefährdet auf Dauer nicht nur die Höhe der Gewerbesteuereinnahmen Celles, sondern lässt hier auch attraktive Arbeitsplätze wegfallen. Das kann weder im Interesse unserer Bürger noch der Celler Politik liegen.“





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