CELLE/WINSEN. Zum wiederholten Mal spricht sich die AfD-Kreistagsfraktion dafür aus, „die Bedürfnisse der Menschen im Allertal  ernst zu nehmen“. Hintergrund ist, dass sich der Kreistagsausschuss für Umwelt und ländlichen Raum am Mittwoch aufgrund von EU-Vorgaben mit der Klassifizierung des ˈFFH-Gebiets Allerˈ im Raum Winsen befasst. Die AfD-Fraktion fordert, Einschränkungen für Landwirtschaft und Naherholung so gering wie möglich zu gestalten.

Dazu erklärt die AfD-Kreistagsabgeordnete Susanne Rotermund:„ Ein Naturschutzgebiet ist für diesen Raum völlig ungeeignet. Beherrschend ist hier seit jeher eine von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft. Diese gilt es zu erhalten. Naturschutzgebiete im klassischen Sinne sind hingegen solche, in denen sich Flora und Fauna völlig frei entfalten können, weil sie weitab von der Zivilisation liegen, wie etwa unwegsame Sumpf- oder Moorlandschaften. Dort hat eindeutig die Natur den Vorrang. Deshalb sind in solchen Gebieten auch rechtlich alle Tätigkeiten untersagt, die nicht ausdrücklich erlaubt sind. Im Bereich der Aller bei Winsen ist aber dem seit jeher dort siedelnden Menschen das Vorrecht einzuräumen. Hier kann allenfalls ein Landschaftsschutzgebiet in Betracht kommen, das geringfügige Einschränkungen der Nutzer vorsieht.“

Ihr Kollege Thomas Ehrhorn setzt hinzu: „Wir lassen uns nicht damit abspeisen, dass der Landkreis im Naturschutzgebiet großzügige Ausnahmen zulassen könnte. Jeder weiß, dass ein Gericht im Falle einer solchen Festsetzung immer zum Nachteil der Menschen urteilen würde. Ein derartiges Risiko ist insbesondere den betroffenen Landwirten, die dadurch in ihrer Existenz bedroht wären, nicht zumutbar.“

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