CELLE. Im jüngsten Schulausschuss hat sich die AfD als einzige Stadtratsfraktion gegen die Neustrukturierung im Bereich der Celler Grundschulen ausgesprochen. Dazu erklärt der AfD-Fraktionsvorsitzende, Anatoli Trenkenschu:

„Das von der Stadtverwaltung vorgelegte Konzept, das unter anderem die Schließung und den Verkauf der Altstädter Schule an den Landkreis Celle vorsieht, hat uns nicht überzeugt. Wir wollen mit der geplanten Sanierung von Neuenhäusen die Attraktivität dieses innenstadtnahen Stadtteils auch gerade für junge Familien erhöhen. Dabei spielt eine fußläufig erreichbare Grundschule eine wichtige Rolle. Überhaupt nicht nachvollziehen können wir außerdem, warum man eine gut funktionierende Grundschule schließen sollte. Mit einem weit überdurchschnittlichen Anteil von Migrantenkindern leistet die Schule mit ihren kleinen Klassen und ihrem überzeugenden pädagogischen Ansatz einen sehr wichtigen Beitrag für die erfolgreiche Integration der Kinder in unsere Gesellschaft. Das, was man jetzt glaubt und erhofft, durch die Schließung dieser Schule vermeintlich sparen zu können, wird man später durch die Versäumnisse bei der Bildung mehrfach bezahlen müssen. Bildung ist für unser Land enorm wichtig, denn Deutschland besitzt kaum eigene Rohstoffe. Eine gute Bildung ist daher unser einziger Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Ländern.

Dass die Stadt Celle anscheinend nicht mal in der Lage ist, die vorhandenen Grundschulen vernünftig instand zu halten, ohne dabei das Tafelsilber zu verkaufen, spricht Bände über die finanzielle Fehlsteuerung in unserem Land. Der deutsche Staat meldet dank sprudelnder Steuern und niedrigster Zinsen einen Rekordüberschuss nach dem anderen. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres haben Bund, Länder und Kommunen 45,3 Milliarden Euro mehr eingenommen, als sie ausgaben. Das zeigt sehr deutlich, dass das Geld grundsätzlich ausreichend vorhanden ist. Durch falsche Prioritäten der Verantwortlichen in Berlin und Hannover kommt es aber nicht da an, wo es hingehört, nämlich bei den eigenen Bürgern. Das wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass es die Stadtväter sogar im Jahre 1925 nach einem verlorenen Weltkrieg und bei exorbitanten finanziellen Belastungen vermocht haben, den Neubau der Altstädter Schule zu realisieren. Heute scheint uns das undenkbar, obwohl es dem Land doch angeblich so gut geht, wie noch nie“.

Trenkenschus Kollege Daniel Biermann setzt in Bezug auf Westercelle hinzu: „Sehr kritisch sehen wir, dass die Grundschulkinder wegen der ebenfalls geplanten Schließung der Grundschule Nadelberg zukünftig die Bundesstraße 3 überqueren müssen. Die an der Querungsstelle angedachten Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit, wie eine zusätzliche Tempo-30 Zone, eine feste Blitzanlage oder Verkehrslotsen, werden zum einen die Gefahren beim Überqueren nicht vollständig ausschließen. Es ist schon keinesfalls sicher, dass die Kinder den seitens der Verwaltung vorgesehenen, deutlich längeren Zickzackkurs dorthin überhaupt gehen werden. Zum anderen werden die Maßnahmen aber auch dazu führen, dass die Staus und das Verkehrschaos auf Celles Straßen noch stärker zunehmen. Das allerdings scheint im Rathaus gewollt zu sein“.





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