AfD will keine "Brutalarchitektur am Neumarkt"

Politik Von Extern | am So., 10.10.2021 - 19:12

CELLE. Die AfD-Fraktion im Celler Stadtrat wendet sich gegen die Bebauung des Nordwalls durch die stadteigene Baugesellschaft Allerland Immobilien GmbH (ehem. WBG) in der geplanten Form (CELLEHEUTE berichtete). Ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender Daniel Biermann, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen, führt dazu aus: „Die von der 'Allerland' vorgesehene Bebauung am Nordwall ist in weiten Teilen bestenfalls einfältig, im westlichen Teil sogar zerstörerisch zu nennen. Insbesondere der vorgesehene fünf- bis sechsstöckige Hotelklotz am Neumarkt ist optisch völlig unpassend und dürfte deshalb auch mit dem Bauordnungsrecht nicht in Übereinstimmung stehen.

Das öffentliche Baurecht gibt ausdrücklich vor, dass bauliche Anlagen in Form und Maßstab das bestehende Straßen- und Ortsbild nicht verunstalten dürfen. Vor allem das Erscheinungsbild einer mittelalterlichen Stadt, wie Celle, steht dabei unter einem ganz besonderen Schutz und darf nicht beeinträchtigt werden. Der Gesamteindruck von Celles Fachwerkstadt würde aber aus nördlicher Richtung massiv beschädigt, wenn unmittelbar davor entsprechend der aktuellen Planung das Niedrigpreis-Hotel der B&B-Kette von Goldmann-Sachs errichtet würde. Diese Brutalarchitektur sollte deshalb am Neumarkt keinesfalls verwirklicht werden.“

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Anatoli Trenkenschu setzt hinzu: „Mit der stadteigenen Tochtergesellschaft 'Allerland' hätte die Chance bestanden, den Nordwall und den Neumarkt so zu bebauen, dass es sich harmonisch der unmittelbar angrenzenden Fachwerkstatt anpasst. Ganz offensichtlich hat man dort und in der Stadtverwaltung aber kein Gespür für das historische Kleinod, das uns zu Erhalt und Weitergabe an kommende Generationen anvertraut ist. Die 'Allerland' sollte ihre Planung im Sinne unserer schönen Stadt dringend überarbeiten. Ob B&B dabei überhaupt an der Stelle der richtige Partner ist, bezweifeln wir sehr.“