AfD Winsen sieht Selbstverpflichtung des Rates zu Corona als "peinliche Symbolpolitik"

Politik Von Extern | am Fr., 30.10.2020 - 20:50

WINSEN/ALLER. Die AfD-Fraktion sieht in der Resolution der GfW-Gruppe, zur Selbstverpflichtung der Ratsmitglieder, "ein fatales Zeichen an die Bürger". Eine Selbstverpflichtung "Gemeinsam gegen Corona" klinge erstmal gut, aber wozu wolle man sich denn selbst verpflichten? Als Ratsmitglied wolle man mit gutem Beispiel vorangehen und zukünftig bei Symptomen, die auf das Virus hindeuten könnten, Sitzungen fern bleiben und wenn eine Teilnahme unumgänglich sei, Sitzungen mit Masken vollziehen, heißt es laut AfD in der Resolution. "Zukünftig? Also habe man sich in den vorangegangenen Monaten nicht verantwortungsbewusst verhalten oder worin besteht die Notwendigkeit, sich Selbstverständlichkeiten schriftlich zu verordnen", fragt sich die AfD-Fraktion.

"Wenn man krank ist, kuriert man sich zu Hause aus oder begibt sich in ärztliche Behandlung. Das war schon immer so, auch schon vor Corona", sagt Susanne Rotermund, Vorsitzende der AfD-Fraktion und fährt fort: "Da muss man erstmal drauf kommen, aus einem ganz normalen Vorgang des täglichen Lebens ein Politikum zu machen und sich verpflichtend aufzuerlegen sich künftig an das halten zu wollen, was von den Bürgern schon fast das ganze Jahr erwartet wird." Auch Ratsherr Christian Kemper zeigt sich verwundert und stellt fest: "Scheinbar lässt man sich hier im Rat schon so von diesem Verordnungsstrudel mitreißen, dass man offenbar kaum noch in der Lage ist, einen Schritt ohne Bevormundung oder Reglementierung vor die Tür zu setzen." Außer Symbolpolitik und Selbstdarstellung könne die AfD-Fraktion in dieser Selbstverpflichtung keinen sinnbringenden Nutzen erkennen. Ganz im Gegenteil, man halte es eher für ein peinliches Zeichen von gewählten Vertretern der Bürger, eben diesen zu erklären, dass man künftig auch zu Hause bleiben werde, wenn man krank ist. Aus diesem Grund habe die AfD-Fraktion dieser Resolution nicht zugestimmt.