HANNOVER. Anlässlich der aktuellen Untersuchungsergebnisse zum Insekten- und Artensterben gab Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer heute ein Statement ab: „Das Ausmaß des Artenschwunds bei Insekten, das sich durch die jüngsten Studien zeigt, ist erschreckend und höchst alarmierend. Was uns droht, ist nichts weniger, als dass ein ganzes Ökosystem kippt. So sind etwa drei Viertel aller Wildpflanzen von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Insekten sind zugleich die wichtigste Nahrungsgrundlage für die Aufzucht des Nachwuchses bei Vögeln. Auch bei Singvögeln ist seit vielen Jahren ein teils dramatischer Artenrückgang zu verzeichnen.

Die Politik muss hier endlich handeln. Neben der Ausräumung der Agrarlandschaft hat insbesondere die massive Anwendung von Pestiziden und anderer Chemikalien das Insekten- und Artensterben beschleunigt. Daher muss es schärfere Auflagen in den Genehmigungsverfahren geben, im Zweifel müssen erteilte Zulassungen zurückgenommen werden. Pestizide, die bienen- bzw. insektengefährlich sind, müssen vom Markt verschwinden. Dazu zählten etwa die Wirkstoffe der Neonicotinoide.

Es müssen wieder vermehrt Lebensräume und Rückzugsmöglichkeiten für Insekten geschaffen werden, durch breitere Ackersäume, Heckenbiotope, Brachen oder Blühflächen. Niedersachsen fördert bereits Blühstreifen im Umfang von rund 16.000 Hektar. Im Rahmen der Agrarreform muss die EU Naturschutzleistungen der Landwirte sehr viel stärker honorieren als bisher. Denn mit der sinkenden Biodiversität gefährden wir am Ende unsere eigenen Lebensgrundlagen.“

 

 

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