BERLIN/CELLE. Die Fluggesell­schaft Air Berlin hat Insolvenz­antrag gestellt. Damit der Flug­betrieb in der Urlaubs­zeit erst einmal fortgeführt werden kann, hat die Bundes­regierung dem Unternehmen 150 Millionen Kredit gewährt.
Der Antrag von Air Berlin ändere nichts an der Gültigkeit von Flugtickets, ist test.de überzeugt. Die Fluggesellschaft Air Berlin erklärt auf ihrer Website, dass planmäßig weiter geflogen werde. Celles Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion Kirsten Lühmann erklärt: „Der heute von der Bundesregierung für Air Berlin gewährte Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro stellt ein geordnetes Insolvenzverfahren unter laufendem Betrieb sicher. Dabei ist die vorrangige Rückzahlung der Steuermittel aus der Insolvenzmasse sicherzustellen.*

Niki, die österreichische Tochter von Air Berlin, sei aktuell von dem Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg nicht betroffen. Auch die Niki-Flüge fänden weiterhin statt, so Air Berlin. Sollte Air Berlin den Flugbetrieb doch irgendwann einstellen und der Flug auch nicht von einer anderen Airline übernommen werden, erhalten Kunden wahrscheinlich nur wenig oder nichts vom Ticketpreis zurück. Etwas anderes gilt nur, wenn Kunden bei der Flugbuchung eine Ticketversicherung mit Insolvenzschutz abgeschlossen haben. Das erklärt die Stiftung Warentest.

Air-Berlin-Kunden, deren Flug gestrichen wird oder Verspätung hat, haben auch weiter Anspruch auf Entschädigung nach der europäischen Fluggastrechteverordnung. Ob die Airline aber solche Forderungen der Passagiere zahlen kann, hängt davon ab, wie es mit Air Berlin weitergeht.

Für Urlauber, die bei einem Reiseveranstalter eine Reise gebucht haben, bei der Air Berlin den Transport zum Reiseziel übernehmen soll, ändert die Insolvenz rechtlich nichts. Denn Vertragspartner des Verbrauchers ist nicht Air Berlin, sondern der Veranstalter. Stellt Air Berlin den Betrieb tatsächlich ein, muss er Ersatz besorgen. Kommt es dadurch zu erheblichen Flugzeitverschiebungen, dürfen Urlauber den Reisepreis mindern.

Lühmann erklärt weiter: „Die SPD-Bundestagsfraktion unterstützt die Bundesregierung in ihrer Entscheidung, einen Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro für Air Berlin zu gewähren. Der heutige Insolvenzantrag der Fluggesellschaft erfordert aus unserer Sicht eine derartige Sofortmaßnahme, damit der Betrieb in den nächsten Wochen sichergestellt werden kann. Somit können viele tausende Kundinnen und Kunden weiterhin ihre gebuchten Flugverbindungen nutzen.

Wichtig ist jedoch das dieser Kredit vorrangig zurückzuzahlen ist, schließlich handelt es sich hierbei im Steuergelder, die vor den Interessen der Anteilseigner zu bedienen sind. Da durch diese Gelder jedoch der Wert des Unternehmens erhalten wird, kann ein georderter Verkauf von Air Berlin an einen oder mehrere Interessenten stattfinden. Daher stellt diese Maßnahme auch insbesondere für die Rettung von Arbeitsplätzen eine wichtige Basis dar. Wir wollen die Beschäftigen von Air Berlin nicht alleinlassen.“

Mehr Informationen zu Fluggastrechten auf test.de/fluggastrechte.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.