AKH Celle: Seit sieben Wochen kein Covid-Fall

Medizin Von Extern | am Fr., 07.08.2020 - 16:17

CELLE. Seit mittlerweile sieben Wochen musste im AKH kein Patient mit einer Corona-Infektion behandelt werden. Das teilt das Krankenhaus heute mit und zieht bei dieser Gelegenheit eine Bilanz der vergangenen Monate. Dazu heißt es aus dem AKH:

Seit etwa einem halben Jahr bestimmt das Corona-Virus den Alltag der Menschen in weiten Teilen der Welt – natürlich auch im AKH. In der Hochphase der Pandemie wurden wie in allen Krankenhäusern in Deutschland auch in Celle Betten für mögliche Covid-Patienten freigehalten, nur lebensnotwendige Operationen und Eingriffe, die keinen Aufschub duldeten, waren möglich. Unter strengen Sicherheits-Auflagen wurde der Betrieb in den vergangenen Wochen dann Stück für Stück wieder hochgefahren.

Insgesamt 50 an Covid-19 erkrankte Menschen wurden in den vergangenen Monaten im AKH Celle behandelt. Verdachtsfälle, bei denen ein Abstrich gemacht wurde, gab es deutlich mehr – insgesamt 432. Den ersten Verdachtsfall gab es dabei am 16. März, den bislang letzten am heutigen Tage. Glücklicherweise waren die etwas über 70 Verdachtsfälle in den vergangenen sieben Wochen alle negativ, so dass es in diesem Zeitraum keinen zu behandelnden Coronafall im Krankenhaus gab. 
Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sowie der Beschäftigten stand während der vergangenen Monate stets im Mittelpunkt allen Handelns. Und noch immer gilt im Klinikum ein striktes Hygienekonzept mit einer Vielzahl an einzelnen Elementen. 

So gibt es vor jedem geplanten stationären oder ambulanten Eingriff für die Patientinnen und Patienten einen kostenlosen Corona-Test. Dafür wurde in der alten Notaufnahme des AKH extra eine „Drive-In“- Station eingerichtet – so können die Patientin oder der Patient bequem im Auto sitzen bleiben, während der Abstrich gemacht wird. Im gesamten Klinikum gilt zudem für Patienten, Besucher und Angestellte eine streng kontrollierte Maskenpflicht, die Belegschaft verfügt zudem über einen gesonderten Zugang zum Klinikum. So kann ein mögliches Infektionsrisiko deutlich gesenkt werden. Ein wichtiger Teil des Hygienekonzeptes ist auch die stetig dem aktuellen Infektionsgeschehen angepasste Besucherregelung. Aktuell darf eine Patientin bzw. ein Patient gleichzeitig genau eine Besucherin bzw. einen Besucher empfangen, die Besuchszeit ist auf maximal eine Stunde pro Besucherin oder Besucher begrenzt. 

„Mit den einzelnen Maßnahmen soll eine maximal mögliche Sicherheit für die Patientinnen und Patienten erreicht werden. Die in unserem Haus etablierten Standards sind keinesfalls selbstverständlich und werden nur an wenigen Krankenhäusern so umfangreich umgesetzt“, sagt Prof. Dr. med. Stephan Hollerbach, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am AKH, und während der Hochphase der Corona-Pandemie medizinischer Einsatzleiter im Corona-Krisenstab des AKH. 

Es gebe somit keine nachvollziehbaren Gründe, warum Menschen mit einer möglichen Erkrankung nicht im Krankenhaus vorstellig werden sollten – im Gegenteil. „Zu langes Abwarten mit Beschwerden, die nicht oder nur unzureichend abgeklärt worden sind, gefährdet jetzt eine Reihe von Menschen, deren Diagnose verschleppt werden könnte“, so der Professor. „Dieses Phänomen kann wiederum dazu führen, dass sich so manche gut behandelbare Erkrankung verselbständigt und dann nicht mehr so gut therapiert werden kann.“ Auch für eine derzeit breit diskutierte „zweite Corona-Welle“, die aufgrund steigender Zahlen auch in der Region Celle nicht ausgeschlossen werden kann, ist das Krankenhaus gut gerüstet. Die meisten der derzeitigen Maßnahmen sind flexibel angelegt und können je nach Infektionslage den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden.