Entlastung verweigert - AKH-Gruppe bestätigt Bilanzverlust im Jahr 2017

Wirtschaft Von Redaktion | am Mo., 04.11.2019 - 19:25

CELLE. Die Stiftung Allgemeines Krankenhaus Celle hat in seiner heutigen Aufsichtsratssitzung die Bilanzzahlen für 2017 behandelt. Hierbei mussten das Klinikum Celle wie erwartet einen Bilanzverlust von 10,7 Mio. Euro und das Klinikum Peine einen Bilanzverlust von 8,1 Mio. Euro verbuchen. CELLEHEUTE berichtete. Begleitet wurde die Sitzung vom Protest der Angestellten.

 „Diese Zahlen sind sicherlich schlecht für die AKH-Gruppe, sind jedoch weder überraschend noch spiegeln sie die Leistungsfähigkeit der Kliniken wider. Bedingt durch die erforderlichen Bilanzkorrekturen aufgund der nicht erfolgten Abschreibungen und sonstigen Einmaleffekte fällt der Verlust in 2017 sehr hoch aus. Hinzu kommt, dass das Tagesgeschäft nicht die nötigen Erträge erbringt. Dennoch sind die durch das vorliegende S6-Gutachten eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen nachhaltig, so dass bereits 2021 mit schwarzen Zahlen gerechnet werden kann“, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Landrat Klaus Wiswe mit. „Anders als die Gewerkschaft suggeriert, muss das S6 Gutachten ohne Abstriche umgesetzt werden. Das AKH hat sich dazu auch gegenüber den Kreditgebern verpflichten müssen, um eine Insolvenz zu vermeiden. Damit sind für manche unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schlechtere Arbeitsbedingungen verbunden, wobei wir Kündigungen aber vermeiden wollen. Der Aufsichtsrat hat bei seinen Entscheidungen aber nahezu keine Spielräume mehr.“, so Wiswe weiter.

Aufgrund der Vorkommnisse unter dem vorherigen Vorstand Stephan Judick, der Ende 2017 das Unternehmen verlassen hatte, hat der Aufsichtsrat diesem ferner keine Entlastung erteilt. Damit bestätigte der Aufsichtsrat entsprechende CELLEHEUTE-Informationen von vergangener Woche.

„Der derzeit amtierende Vorstand Dr. Martin Windmann und Franz Caesar, sind nun gefordert, die AKH-Gruppe wieder in ruhiges Fahrwasser zu steuern. Der Aufsichtsrat ist hierbei zuversichtlich, dass dies durch die initiierten Maßnahmen, die teilweise durchaus einschneidend sind, gelingt und so die Zukunftsfähigkeit des Klinikums gewährleistet ist.“, so Klaus Wiswe.

Eine Entscheidung über den Verkauf des Klinikums Peine wurde in dieser Sitzung noch nicht getroffen. Diese wird erst gegen Ende des ersten Quartals 2020 erwartet.