CELLE. In einem zunehmend schwierigem Marktumfeld, geprägt von Kostensteigerungen vor allem bei Personal- und Investitionskosten (Neubauprojekte), konnte die AKH-Gruppe (AKH Celle und Klinikum Peine und deren Tochterfirmen) auch in 2016 ein positives Gruppenergebnis erwirtschaften: Mit einem Gewinn von 0,5 Mio. Euro für das AKH Celle, 0,1 Mio. Euro für das Klinikum Peine sowie 0,1 Mio. Euro aus weiteren Unternehmensteilen ist das Gesamtergebnis für die Gruppe nun zum vierten Mal in Folge positiv.

„Dieses Ergebnis muss im Hinblick auf die akute Finanznot der Krankenhäuser in Niedersachsen äußerst positiv bewertet werden: In einer Umfrage der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft Ende des Jahres 2016 rechnete weniger als die Hälfte der befragten Krankenhäuser mit einem positiven Ergebnis“, heißt es aus der Verwaltung am Siemensplatz.

Das rückläufige Ergebnis im AKH Celle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erkläre sich insbesondere durch einmalige Sondereffekte im Ergebnis 2015 (Einnahmen durch zusätzliche Flüchtlingsversorgung, Erstattungen der Versorgungskasse VBL und einmalige Versicherungszahlungen), deutlich erhöhte Ausgaben für Investitionen (u.a. Abschreibungen für den Neubau und damit verbundenen Finanzierungskosten), negative Einflüsse wie den Mehrleistungsabschlag und steigende Ausgaben für Personal von 6% (Mehrausgaben von 7,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr durch u.a. deutliche Aufstockung der Vollzeitkräfte).

Abgefedert wurde der höhere Kostendruck durch steigende Patientenzahlen, die das AKH als Beleg für die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung wertet: 2016 wurden insgesamt 783 Patienten mehr als im Vorjahr behandelt. Das entspricht einer Steigerung von 2,6% und somit einer Steigerungsrate, die erheblich über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Das Klinikum Peine erzielte erstmals seit 2008 ein positives Jahresergebnis und konnte damit einen ersten entscheidenden Schritt zur nachhaltigen Standortsicherung und eigener Investitionsfähigkeit machen. Die Entwicklung ist unter anderem auf höhere Erlöse aus stationärer Behandlung durch einen Patientenzuwachs von 2,8 % gegenüber dem Vorjahr, einer Leistungsausweitung im Bereich Geriatrie sowie der Umsetzung interner Prozessverbesserungen zurückzuführen.

Stephan Judick, Vorstand der AKH-Gruppe, sieht für die Zukunft zunehmende Herausforderungen auf die AKH-Gruppe zukommen, auf die sich die gesamte Branche einstellen müsse: „Es ist von unschätzbarem Wert für unser weiteres erfolgreiches Bestehen, wenn die Bürgerinnen und Bürger unsere Einrichtungen annehmen und unseren täglichen Einsatz für die bestmögliche medizinische Versorgung und unser breites und umfassendes Leistungsspektrum wertschätzen. Wir werden trotz des zunehmend schwierigen Marktumfeldes und der gesetzlichen Regularien weiterhin in den medizinischen Fortschritt und weiterhin in unser Personal investieren. Qualität in der Medizin und in der Pflege lebt von engagiertem Personal, eine große Herausforderung, der wir uns stellen werden.“

Um die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin zu steigern, seien laufend Investitionen notwendig: Insgesamt wurden im Jahr 2016 rund 20,0 Mio. Euro in bauliche Maßnahmen, medizinische Geräte, technische Anlagen sowie in Einrichtungen und Ausstattung in der AKH-Gruppe investiert. Da die Verwendung von Geldern zweckgebunden ist, kann immer nur ein Teil des erwirtschafteten Geldes für Personal genutzt werden.

Ausblick AKH-Gruppe und AKH aus Sicht des AKH:
Die AKH-Gruppe steht im laufenden Jahr unter dem Einfluss der wachsenden Herausforderungen im Gesundheitswesen: Unter anderem auf Fragen wie den steigenden Fachkräftemangel, dem erhöhten Kostendruck u.a. aufgrund des Fixkostendegressionsabschlages (der ab 2017 den Mehrleistungsabschlag ersetzt und bis zum Jahre 2019 zusätzlich ergänzt) sowie die zunehmenden gesetzlichen Vorgaben für Qualitätsanforderungen, die Digitalisierung und die zunehmend kürzeren Verweildauern müssen praktizierbare und für alle tragbare Antworten gefunden werden.
Unter dem Eindruck dieser Einflüsse prognostiziert die AKH-Gruppe für das laufende Jahr ein gering positives Ergebnis, welches zwingend für das weitere Überleben in den derzeitigen Träger- und Tarifstrukturen erreicht werden muss. Bei allen sinnvollen Kostenreduktionen – ist es für die AKH-Gruppe von vorrangiger Priorität, nach Möglichkeit keine Abstriche bei der Qualität der Leistungen zu machen. So wird weiterhin in die Optimierung der medizinischen Versorgung für die Menschen im Landkreis Celle investiert: In 2017 laufen mit Hochdruck die Vorbereitung für die Zertifizierung des AKH Celle als für „Diabetes-Patienten geeignet“, der Kreissaal wird erweitert und frisch renoviert, die Vorbereitungen für die zweite Bauphase des ersten Bauabschnittes (Neugestaltung der ZNA, der Radiologie und mit dem modernen Hybrid-OP Saal sowie der Modernisierung der Bettenaufbereitung) laufen mit Hochdruck. Im Rahmen der Möglichkeiten wird zusätzlich in den weiteren Aufbau von Personal investiert.
Im November 2017 möchte das AKH Celle mit den Menschen in und um Celle im Rahmen eines „Bürgerdialoges“ in den direkten Austausch über die Leistungsfähigkeit des AKH, die Zukunft ihres Krankenhauses und die Bedürfnisse der Patienten vor Ort treten. Einladungen hierzu folgen durch Anzeigen.

Über die AKH-Gruppe:

Die AKH-Gruppe, bestehend aus dem Allgemeinen Krankenhaus Celle (AKH Celle sowie die
Tochtergesellschaften Hospiz-Haus, AKH Ambulant und M&S) und dem Klinikum Peine (KPE), ist
einer der größten Akutkrankenhausbetreiber Niedersachsens. An zwei Standorten mit insgesamt fast
1.000 Betten bietet die Gruppe ein breites Spektrum in der Diagnostik und Therapie von Krankheiten und sichert durch zahlreiche Einrichtungen die medizinische Versorgung auf der höchsten medizinischen Leistungsstufe.
Das AKH Celle versorgte im Jahr 2016 mit 635 Betten pro Jahr zahlenmäßig ungefähr eine ganze
Kleinstadt: Es wurden über 32.000 Patienten stationär versorgt und über 1.500 Babys auf die Welt gebracht. Am Klinikum Peine wurden mit 312 Betten rund 15.000 Patienten stationär versorgt und 437 Babys geboren.
Mit etwa 2.700 Mitarbeitern ist die AKH-Gruppe einer der größten Arbeitgeber in der Region. Bereits
zum vierten Mal wurde das AKH Celle für seine familienbewusste Personalpolitik mit dem Zertifikat von „berufundfamilie“ ausgezeichnet.

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