AKH-Gruppe: Insolvenzverfahren für Peiner Klinik eröffnet

Wirtschaft Von Extern | am Fr., 29.05.2020 - 11:11

CELLE/PEINE. Am 1. Juni 2020 wird das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beim Klinikum Peine gGmbH offiziell und plangemäß eröffnet. Dies teilte die AKH-Gruppe als Betreibergesellschaft des Klinikums mit. Für das Klinikum war im März 2020 aufgrund unvorhergesehener Einbrüche bei der wirtschaftlichen Entwicklung ein Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht in Celle gestellt worden. Das Gericht folgte dem Antrag auf Anordnung einer vorläufigen Eigenverwaltung.

„Die vergangenen Wochen waren geprägt von intensiven Gesprächen und der Erarbeitung von Zukunftsperspektiven für das Peiner Klinikum. Diese Arbeit soll nun weiter fortgesetzt werden“, erklären übereinstimmend Klaus Wiswe und Dr. Martin Windmann, Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender der AKH-Gruppe, zu der das Peiner Klinikum gehört.

Ein wichtiger Meilenstein in den vergangenen Wochen sei die Einigung zwischen Vertretern des Betriebsrats und der Gewerkschaft Verdi sowie der Geschäftsführung des Klinikums Peine auf Regelungen im Sinne der Belegschaft zu offenen Fragen im Zusammenhang mit der Insolvenzanmeldung des Klinikums. „Vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf die vor uns liegende Arbeit sind wir davon überzeugt, dass es in den kommenden Wochen eine tragfähige Lösung für den Erhalt des Krankenhauses in Peine geben wird“, so Wiswe und Windmann weiter.

Eine wichtige Botschaft für die Beschäftigten des Peiner Klinikums lautet: Auch im offiziellen Eigenverwaltungsverfahren ohne Insolvenzgeld sind die Löhne und Gehälter abgesichert. Darauf hat sich der Gläubigerausschuss als wichtigste Instanz innerhalb des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung verständigt.

Überwacht werde die Sanierung in Eigenverwaltung weiterhin von Dr. Malte Köster als Sachwalter, der im Zuge der Antragstellung im März 2020 zum vorläufigen Sachwalter bestellt worden war.

Dr. Malte Köster als Sachwalter: „Das Klinikum Peine tritt nun plangemäß in die nächste Phase der Eigenverwaltung ein, um die Sanierungschancen im Insolvenzverfahren zu nutzen. Die notwendigen Grundlagen für eine Fortführung des Krankenhausbetriebs auch ohne die Hilfen des Insolvenzgelds sind zunächst einmal geschaffen. Das ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten Wochen beeindruckendes geleistet haben. Als nächstes gilt es, den Investorenprozess zum Abschluss zu bringen, um das Erreichte langfristig abzusichern. Wichtige Weichenstellungen in diesem Zusammenhang sind erfolgt. Das stimmt uns zuversichtlich, eine Lösung zu finden, die stabile Perspektiven für die Zukunft des Klinikums Peine und der Arbeitsplätze bietet.“