AKH-Mitarbeiter: Mehrarbeit wäre ohne Personalausgliederung gut zu bewältigen

Leserbeiträge Von Extern | am So., 17.01.2021 - 17:01

CELLE. Ein Mitarbeiter der Logistik des Allgemeinen Krankenhauses (AKH), der anonym bleiben möchte, antwortet mit folgenden Zeilen auf den Brief des Landrates und Aufsichtsratsvorsitzendem des AKH, Klaus Wiswe, an den DGB-Kreisverbandsvorsitzenden, Dirk Garvels, der deutliche Kritik am Umgang des AKH mit seinen Mitarbeitern geübt hatte: 
 
"Als Mitarbeiter der Logistik des Allgemeinen Krankenhauses Celle möchte ich auf diesem Wege zur Antwort von Landrat Wiswe auf den offenen Brief des DGB Stellung nehmen. Denn offensichtlich besitzt der Aufsichtsratsvorsitzende keinerlei Kenntnis der aktuellen Lage in den Tertiärbereichen.

Wiswe spricht von einer extra entwickelten Transport-Logistik für Covid-19-Patienten. Diese existiert nicht. Es gibt lediglich Wegevorgaben über dafür vorgesehene Fahrstühle. Die beschriebenen Wege sind für jeden Mitarbeiter und Patienten frei zugänglich. Es sind ausschließlich Transporte von der Notaufnahme bei Verdacht oder Bestätigung einer Covid-Infektion für uns relevant. Diese werden fast ausschließlich von den ehemaligen AKH-Mitarbeitern zwischen den übrigen normalen Tätigkeiten ausgeführt. 

In dieser Hinsicht haben wir überschaubare Mehrarbeit, welche mit unserem eigentlich normalen Bestand an Mitarbeitern problemlos zu bewältigen wäre. Ausschließlich durch die Ausgliederung und den daraus resultierenden Kündigungen und allen weiteren Folgen ist die Unterstützung der Soldaten notwendig, um den Betrieb in der Logistik aufrecht erhalten zu können. Beispielsweise war am Nachmittag des 11. Januar 2021 der Transportdienst mit drei Soldaten und drei Zivilisten besetzt. Dabei leisten die Soldaten die gleichen Arbeiten, wie wir ehemaligen AKH-Mitarbeiter auch. Wenn in der Antwort des Aufsichtsrates das Gegenteil behauptet wird, dann ist das schlicht falsch.
 
Des Weiteren spricht Herr Wiswe davon, dass die Ausgliederung ein wichtiger Bauteil zum Erreichen des Sanierungsgutachtens sei. Welche weiteren Maßnahmen wurden noch getroffen? Seit circa zwei Jahren ist die Ausgliederung das einzige Thema, und an den wesentlichen Dingen wurde nicht gearbeitet - Entlassungsmanagement, Liegezeiten, Dokumentation, Honorarkräfte/Honorarärzte – alles unverändert schlecht.
Das Argument, dass eine große Mehrheit der Mitarbeiter die Verträge unterschrieben hat, ist reiner Hohn. Niemand von uns begrüßt die Vorgehensweise der Krankenhausleitung mit Verlust von Gehalt, Weihnachtsgeld und Alterszusatzversorgung VBL. Ein Kollege, um die 50 Jahre alt, musste die Ausgliederung ablehnen, weil der Wegfall der VBL für ihn Altersarmut bedeutet hätte. Ihm wurde gekündigt. Wir Mitarbeiter hatten also praktisch keine andere Wahl: Wir mussten die erzwungene Ausgliederung hinnehmen, da Familie, Kinder und Wohnung finanziert werden müssen."
 

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