AKH: Ver.di erwartet fast 300 Kündigungen

CELLE. In der jüngsten Sitzung hat der Aufsichtsrat der angeschlagenen AKH-Gruppe den Sanierungskurs für die Einrichtungen der AKH-Gruppe abgesegnet. Über die Inhalte der Sitzung am vergangenen Freitag informierten die Vorstände in Celle und Peine die Beschäftigten zeitgleich am selben Tag, CELLEHEUTE berichtete. 

Bei den beabsichtigten Sparmaßnahmen wurden im Wesentlichen die sogenannten „Tertiärbereiche“ genannt. Aber auch die Laborbereiche in Celle und Peine sollen künftig zu den Einsparungen beitragen. Sie werden ab 2021 nicht mehr mit eigenen Beschäftigten erbracht. Und auch das Medizinische Versorgungszentrum in Hermannsburg – bisher Teil der AKH-Gruppe – wird von dieser nach CELLEHEUTE-Informationen nicht weiterbetrieben. 

Die ‚Tertiärleistungen‘ (Küche, Reinigung, Logistik) werden bereits seit dem 01.07.2019 durch eigens gegründete Gesellschaften erbracht. Es ist beabsichtigt, diese Leistungen zum 01.01.2021 (europaweit) auszuschreiben. Die Geserkschaft ver.di sagt dazu, unzensiert und unkommentiert:

Allein diese Nachricht sorgte für große Unruhe in den Versammlungen. Gerade noch hatten viele der dort befristet Beschäftigten unbefristete Arbeitsverträge erhalten (und sich damit Hoffnungen auf eine planbare berufliche Zukunft gemacht). Nun ist völlig klar, dass alle in den Bereichen Tätigen im Laufe des nächsten Jahres ihre Kündigung bekommen werden (selbiges gilt für die Laborbeschäftigten).

In Celle trifft es damit ca. 200 Beschäftigte. Für Peine sind ca. 90 Kündigungen zu erwarten. „Jetzt zahlen die Beschäftigten doch für die Fehler von Politik und Verwaltung", so die Gewerkschaft. Gleichzeitig wurde der Vorstand am vergangenen Freitag auch beauftragt, mit potentiellen Kaufinteressenten für das Klinikum Peine Gespräche zu führen.
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Hier bemängelt die Gewerkschaft, dass es offensichtlich keinerlei Überlegungen dazu gegeben hat, unter welchen Bedingungen das Peiner Haus ggf. veräußert werden soll. Es ist zu befürchten, dass lediglich der Preis der Maßstab ist! ver.di fordert dagegen Sicherheit und Zukunft für die Beschäftigten – sie sind das eigentliche Kapital.

„Wir werden nun in Kürze sowohl in Celle als auch in Peine im Rahmen von Mitgliederversammlungen überlegen, wie wir die nächsten Schritte der Verantwortlichen begleiten. Ein Datum ist dabei sicher die nächste Aufsichtsratssitzung am 04. November. Die Betroffenen sind nicht bereit, ihren ‚Abgang‘ in aller Stille hinzunehmen,“ so Axel Reichinger von der Gewerkschaft ver.di.