AKH zieht Corona-Zwischenbilanz: Bisher 16 Patienten beatmet

Technik Von Extern | am Do., 17.12.2020 - 16:35

CELLE. Seit fast einem Jahr bestimmt das Corona-Virus den Alltag der Menschen weltweit – und in Celle. Das AKH und Landrat Klaus Wiswe als Aufsichtsratsvorsitzender ziehen Zwischenbilanz. Dazu gab das Allgemeine Krankenhaus die folgende Mitteilung heraus:

"Viele Informationen sind seit dem Beginn der Pandemie im Umlauf, leider auch zunehmend fehlerhafte Verallgemeinerungen und Falschinformationen“, sagt Landrat Klaus Wiswe, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stiftung Allgemeines Krankenhaus (AKH) Celle. So wird von einigen zum Beispiel immer wieder verbreitet, dass nur ältere Menschen schwer an Covid-19 erkranken würden. 

„Diese Aussage ist schlicht falsch“, sagt Dr. med. Michael Liebetruth, ärztlicher Leiter der Covid-Station im AKH Celle. Von den 16 Covid-Patientinnen und -Patienten, die im AKH beatmet werden mussten, waren 6 Patientinnen bzw. Patienten unter 60 Jahren, die jüngsten 30 und 35 Jahre. „Diese Menschen wären ohne intensivmedizinische Behandlung verstorben. Bei älteren Menschen und vor allem auch Menschen mit Vorerkrankungen besteht sicherlich eine insgesamt höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Erkrankung einen schwereren Verlauf nimmt. Aber schwer erkranken kann jeder – unabhängig vom Alter“, unterstreicht Dr. Liebetruth. 

Unter den insgesamt 133 Covid-Fällen im AKH sind allein 20 im Alter unter 32 Jahren gewesen, 16 Patientinnen und Patienten mussten, wie zuvor schon beschrieben, beatmet werden. Davon waren zwölf im Alter unter 70 Jahren und davon wiederum die Hälfte unter 56 Jahren. „Das AKH Celle verfügt glücklicherweise über zahlreiche moderne Intensivkapazitäten, sogar ein eigener Covid-Trakt wurde eingerichtet. Weiterhin gibt es noch weitere räumliche Reservekapazitäten für Beatmungspatienten im Haus“, sagt AKH-Sprecher Tobias Mull. 

Allerdings ist die Inbetriebnahme dieser Bereiche in der Praxis nicht ohne zusätzliches Personal möglich. „Mit dem aktuellen Personal schaffen wir gerade so die Parallelversorgung der aufwändig und separat zu betreuenden Covid-Patienten. In den vergangenen Wochen ist auch im AKH die Intensivstation mehrfach an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen“, sagt Dr. Liebetruth. 
Auch auf der Covid-Normalstation wurden im November zeitweise bis zu 25 Covid-Patientinnen und -Patienten gleichzeitig versorgt. Die Notaufnahme hat zusätzliche Isolationskapazitäten  geschaffen. „Für all diese Maßnahmen mussten andere Kapazitäten angepasst werden“, sagt AKH-Sprecher Mull. 

„Zum Glück konnten wir bis jetzt jede Entscheidung, ob eine intensivmedizinische Therapie und Beatmung durchgeführt werden soll, auf Basis von geäußertem oder mutmaßlichem Patientenwillen gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten sowie den Angehörigen fällen, ohne auf ein standardisiertes Triage-System zurückgreifen zu müssen. Wir hoffen, dass wir das bis zum Ende der Pandemie durchhalten können“, sagt Dr. Liebetruth. 

Abschließend richtet Landrat Klaus Wiswe, Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftung Allgemeines Krankenhaus Celle, einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung: „Nicht zuletzt diese Schilderungen des Arztes aus unserem Celler Krankenhaus zeigen: Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus und einer Erkrankung an Covid-19 mit einem möglicherweise schweren Verlauf ist derzeit noch immer real – und zwar in allen Altersgruppen. Das muss uns allen immer wieder bewusst sein. Halten wir uns also alle gemeinsam weiterhin an die Abstands- und Hygieneregeln und reduzieren wir auch weiterhin die sozialen Kontakte. So schützen wir uns und andere. Denn einer Pandemie kann man nur erfolgreich entgegentreten, wenn man gemeinsam handelt.“