CELLE. Die Energiewende ist weitgehend gesellschaftlicher Konsens. Deren Umsetzung erfordert jedoch noch erhebliche Kraftanstrengungen, unter anderem zählt dazu der Bau der sogenannten „Stromautobahnen“ (unter anderem SuedLink). Der Landkreis Celle ist nach Einschätzung des Landvolks Niedersachsen von dem Netzausbau durch SuedLink in erheblichem Maße betroffen. „Der vom Gesetzgeber beschlossene Vorrang für das Erdkabel entspannt die gesellschaftliche Diskussion. Im Vergleich zur Freileitung wird aber erheblich in die Lebensgrundlagen der direkt betroffenen Land- und Forstwirte sowie aller anderen Landnutzer eingegriffen“, verdeutlicht Jürgen Mente, Vorsitzender des Landvolks Celle.

„Wir fordern wiederkehrende Zahlungen für die betroffenen Grundstückseigentümer, sowie eine vorrangige Verlegung der SuedLink-Trasse auf öffentlichen Flächen, um Schäden für private Besitzer so gering wie möglich zu halten. Somit sollte dem Randbereich des Truppenübungsplatzes bei der Planung des Trassenverlaufs eine besondere Priorität zukommen“ so Mente. „Wir fordern deshalb alle Politiker und politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene auf, sich für die vorrangige Nutzung öffentlichen Eigentums einzusetzen. Der Randbereich des Platzes darf kein Tabu sein“ macht Martin Albers, Geschäftsführer des Landvolks Celle deutlich.

Niedersachsenweit werden auch im Landkreis Celle Land- und Forstwirte und Grundstückseigentümer am Montag, den 15. Mai 2017, nach Einbruch der Dunkelheit ab 20:30 Uhr die konkrete Betroffenheit symbolisch darstellen. Mit beleuchteten Schleppern, Maschinen und Autos soll das tatsächliche Ausmaß dieses Eingriffs in die land- und forstwirtschaftliche Nutzung dargestellt werden. Die Schlepper werden ein Stück des geplanten Trassenverlaufs abbilden und sollen damit verdeutlichen, wie gravierend sich die Planungen auf die Höfe und die betroffenen Grundeigentümer auswirken werden. Alle vom vermutlichen Verlauf der SuedLink-Trasse betroffenen Kreisverbände im Landvolk Niedersachsen rufen zu dieser Aktion auf.

„Das Landvolk sieht in der freiwilligen dauerhaften Nutzungsgewährung eine Leistung, die zweifelsfrei einer wiederkehrenden Akzeptanzzahlung bedarf“, fasst Mente die Forderung des Berufsverbandes zusammen. Zugleich stuft der Verband eine Neujustierung der Entschädigungsgrundsätze für alle durch den Bau oder infolge des Leitungsbetriebes entstandenen Schäden als unerlässlich ein. Ein schneller Netzausbau spare erhebliche Kosten, die sonst für das Management der Leitungsengpässe anfallen und bereits in den letzten Jahren dreistellige Millionenbeträge erreicht hätten. Mit der Einführung einer wiederkehrenden Akzeptanzzahlung an die betroffenen Grundeigentümer würde dem Einhalt geboten und eine durchgreifende Unterstützung der Vorhaben umsetzbar. „Daneben müssen die Entschädigungssätze für die Bewirtschafter dringend aktualisiert werden. Zugleich darf der Netzausbau nur flächenschonend und mit den Mitteln der Schadensvermeidung erfolgen und insbesondere keinen naturschutzfachlichen Ausgleich nach sich ziehen. Selbstverständlich muss die landwirtschaftliche Nutzung auf der Leitungstrasse gewährleistet bleiben“, so die Vertreter des Landvolks Celle.

SuedLinktrasse Celle

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