CELLE. Ca. 45 Versammlungsteilnehmer aus dem Protestcamp „Rheinmetall entwaffnen “ demonstrierten heute in den frühen Morgenstunden gegen die Firma Rheinmetall. Gegen 06.00 Uhr verließ die Gruppe das Camp auf dem Dorfplatz und wanderte mit Fahnen und Pappkartons zur Neulüßer Straße, an deren Verlängerung die Privatzufahrtstraße von Rheinmetall beginnt. Die Aktivisten führten auf der Fahrbahn eine über vier Stunden andauernde Sitzblockade durch. Gegen 10.20 Ihr beendeten sie ihre friedliche Aktion aus
eigenem Antrieb und begaben sich wieder ins Camp, teilt die Polizei mit. Der Verkehrszufluss zur Firma Rheinmetall sei nur geringfügig beeinträchtigt worden. Einzelne  Fahrzeuge umfuhren die Blockade. Polizeikräfte der Polizeiinspektion Celle begleiteten die Aktion mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei. Im weiteren Verlauf des Tages registrierte die Polizei Abreisetendenzen aus Richtung Protestcamp.

Die Aktivisten selbst teilen zu der Aktion mit: „Heute in den frühen Morgenstunden um kurz vor 6 Uhr  machte sich eine Gruppe von 50 Menschen aus dem „Rheinmetall entwaffnen“-Camp im niedersächsischen Unterlüß zum Standort „Waffe und Munition“ des Konzerns Rheinmetall auf, um die Produktion von Kriegsgerät zu
blockieren. Begleitet von einem Polizeihubschrauber gelangten die Aktivist*innen bis an ihr gewünschtes Ziel: dem Einlasstor von Rheinmetall „Waffe und Munition“  an der Neulüßer Straße. Die Blockade wurde vier Stunden lang aufrecht erhalten.

Mit Transparenten, Sprechchören und Kartons, die die Herstellung und den Verkauf von Mordwerkzeug kritisieren, forderten die Aktiven die Entwaffnung des Konzerns. Dabei wurde auf die Mitschuld an Mord und Verbrechen in aller Welt verwiesen, mit Slogans wie „Blut an euren Händen“ und „War starts here, let‘s stop it here“.

Polizei war erst vor Ort als sich die Blockierenden bereits gemütlich gesetzt hatten. Die Blockade war ein voller Erfolg. Schon allein die Ankündigung von Blockaden hatte im Vorfeld dafür gesorgt, dass viele Mitarbeiter*innen des Kriegsprofiteurs erst gar nicht zur Arbeit kamen. Rheinmetall rief die Angestellten und
Auszubildenden dazu auf, sich Urlaub zu nehmen und Lieferanten wurden auf andere Tage verwiesen. Trotzdem ankommende LKWs, u.a. einer, der sichtbar Panzerteile transportierte, konnten das Gelände nicht
erreichen, was die Blockierenden feierten.

Alle Aktionen und Veranstaltungen des einwöchigen Friedenscamps „Rheinmetall entwaffnen. Krieg beginnt hier“ fordern die Beendigung der Kriege weltweit, der Kriegspolitik der BRD und ihrer Verbündeten und eine Demilitarisierung aller Rüstungskonzerne. Waffen nicht mehr zu produzieren ist ein wichtiger Schritt, eine friedliche Entwicklung der Welt zu unterstützen und die Ursachen von Flucht, Tod und Zerstörung zu
bekämpfen.

Wir treten ein für eine solidarische, basisdemokratische und freie Gesellschaft mit alternativen Formen des Zusammenlebens, Wirtschaftens und Produzierens. Rassismus, Militarismus, Faschismus, Patriarchat und
Kapitalismus gehören überwunden und aktiv bekämpft. Rassistische Mobilisierungen, Angriffe und Hetzjagden wie aktuell in Chemnitz verurteilen wir und rufen hier wie überall dazu auf, sich faschistischen Banden und Regimen entgegen zu stellen.“

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.