*Aktualisiert* Aktivisten starten Blockade-Aktionen am Rheinmetall-Werk in Unterlüß

Gesellschaft Von Redaktion | am Do., 05.09.2019 - 19:01

UNTERLÜSS. Aktivisten haben heute eine Blockade-Aktion am Rheinmetall-Werk Unterlüß gestartet. Morgen soll es weitere Aktionen geben, wie das Bündnis "Rheinmetall entwaffnen"  ankündigt:

„Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn hier in Deutschland Waffen produziert werden, die weltweit morden. Deswegen werden wir morgen den Betrieb von Rheinmetall in Unterlüß lahmlegen“, so die Aktivistin Clara Miranda. Weiter heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses "Rheinmetall entwaffnen": "Bereits jetzt sind mehrere hundert Menschen im Camp und bereiteten sich in Aktionstrainings vor. Sie sind entschlossen, Waffenproduktion und Auslieferungen zu blockieren. Dies ist notwendig, schließlich erzielen Exportrichtlinien und staatliche Kontrollen keine Wirkung. Kriege wie im Jemen und die Angriffe der Türkei auf die selbstverwalteten Gebiete in Nordsyrien und im Irak sind tödliche Beispiele dafür."

Bereits heute habe eine autonome Kleingruppe das Werk blockiert. Die AktivistInnen hätten sich in Ankettvorichtungen  auf den Zufahrtsstraßen, in einem Tripod und in einem Strommasten festgemacht. „Durch den Export von Waffen und Logistik, welche für diese Vorgänge essenziell notwendig sind, macht sich der Wirtschaftsstandort Deutschland, Rheinmetall sowie die deutsche Regierung zum Handlanger autoritärer Staaten.[…] Wir müssen Krieg dort stoppen, wo er beginnt. Fangen wir vor der Tür verbrecherischer Unternehmen an“, so die Gruppe in ihrer Erklärung.

Weiter hieß es in der Mitteilung vom heutigen Tage: "Wir sehen uns gezwungen den Protest gegen Krieg und Vertrieb von todbringenden Kriegsmaschinen auf die (Zufahrts-)Straßen zu tragen: War starts here – Let’s stop it here! Rheinmetall ist einer der größten Waffen- und Kriegsgerät-Fabrikanten der Welt und Deutschlands größter Waffenexporteur. Durch dieses Geschäftsmodell wird Rheinmetall zum Profiteur von Krieg, Grenzabschottung und Flucht. Wir verstehen Rheinmetall als mit hauptverantwortlich für Flucht, Vertreibung und die gegenwärtige Situation im Jemen und den drohenden Einmarsch der Armee der faschistischen Regierung der Türkei in selbstverwaltete kurdische Gebiete Nordost-Syriens.

Durch den Export von Waffen und Logistik, welche für diese Vorgänge essenziell notwendig sind, macht sich der Wirtschaftsstandort Deutschland, Rheinmetall sowie die deutsche Regierung zum Handlanger autoritärer Staaten. Unter dem Deckmantel der Friedenssicherung werden hochmoderne Waffensysteme zur 'humaneren Vernichtung des Gegners' auf verschiedene Seiten eines Konfliktes geliefert. Erschwerende Ausfuhrbedingungen in Deutschland werden durch Verlagerung der Produktionsstandorte in andere Staaten umgangen, wo es einfacher und unbürokratischer ist Munition und Waffensysteme an Konfliktparteien zu liefern. Anzuführen sind beispielsweise die Standorte Sardininien und Südafrika."

Eine an der Blockade beteiligte Aktivistin erklärt: “Wenn wir nach Lösungen für Krisen, Flucht und Vertreibung suchen, ist es unverantwortlich, die Rolle deutscher Rüstungsexporteure als deren Verursachende nicht einzubeziehen. Um Lösungen zu ermöglichen, gehört diese absurde Logik von Militarisierung und Aufrüstung überwunden und aktiv bekämpft. Wir müssen Krieg dort stoppen, wo er beginnt. Fangen wir vor der Tür verbrecherischer Unternehmen an: Rheinmetall zu Waffeleisen! Zu den Waffeln, Genoss*innen! Wir zeigen uns solidarisch mit feministischen Kämpfen weltweit und erklären unsere Solidarität dem antimilitaristischen Camp, das unweit unserer Aktion aktuell hier in Unterlüß stattfindet. Wir möchten hinzufügen, dass die an dieser Aktion beteiligten Personen nicht Teil des Bündnisses 'Rheinmetall entwaffnen' sind und die Aktion nicht offiziell in die Blockadeaktionen des Bündnisses eingebettet ist. Wir wünschen für den am morgigen Freitag angekündigten Aktionstag erfolgreiche Blockaden und freuen uns auf weitere Aktionen."