EICKLINGEN. Heute um 8:30 Uhr rückten Polizei und Feuerwehr zu einem Gefahrguteinsatz auf der Bundesstraße 214 in der Nähe von Eicklingen aus. Aus einem Chemikalien-Fass auf der Ladefläche eines Dacia Logan aus ungeklärter Ursache eine „übelriechende, dampfende Flüssigkeit“ ausgelaufen, so die Polizei. Die Fahrbahn war auf einer Länge von 100 Metern mit der Flüssigkeit in Berührung gekommen. Den Ermittlungen zufolge handelte es sich bei der Flüssigkeit um Wasserstoffperoxid. Wir berichteten in unserer Facebook-Ausgbbe.

Der 34 Jahre alte Fahrer des Dacia war im Auftrag einer Firma unterwegs, die die Chemikalie für Brunnenbau und -spülungen verwendet. Von den fünf 60-Liter-Fässern war eines aus bisher ungeklärter Ursache offenbar explodiert und beschädigt worden. Ein hinter dem Dacia fahrender VW Tiguan wurde mit der Flüssigkeit kontaminiert. Hierdurch entstand ein Lackschaden in noch unbekannter Höhe. Nach Zeugenaussagen sei der Kanister während der Fahrt mit einem Knall und einer Rauchwolke explodiert.

Der in flüssiger Form transportierte Stoff war auf die Straße und das angrenzende Erdreich geflossen. Der Fahrer des Fahrzeuges hatte offenbar den ätzenden Stoff eingeatmet und wurde vor Ort vom Rettungsdienst versorgt und in ein Krankenhaus gebracht.

Der leckgeschlagene Kanister und der Sack wurden durch Feuerwehr-Trupps unter Chemikalienschutzanzügen geborgen und in speziellen Säcken sicher verpackt. Gleiches galt für weitere kontaminierte Gegenstände auf der Ladefläche des Pickups. Der bereits ausgetretene Stoff wurde mit speziellen Bindemitteln gebunden. Durch die so genannte Dekon-Einheit wurde vor Ort eine Dekontamination der Einsatzkräfte durchgeführt.

Der Einsatz dauerte bis in die Mittagsstunden. Weitere Maßnahmen wurden durch Spezialfirmen ergriffen.
Im Einsatz waren der Chemie- und Strahlenschutzzug der Feuerwehr Celle, die Dekon-Einheit der Feuerwehr Celle, die Freiwillige Feuerwehr Altencelle, der Brandmeister vom Dienst als Einsatzleiter, der Rettungsdienst, der Malteser Hilfsdienst als Sanitätsdienst, die Polizei, die Untere Wasserbehörde sowie die Straßenmeisterei des Landes Niedersachsen.

Inwieweit gefahrgutrechtliche Verstöße bzw. Pflichtverletzungen bei der Ladungssicherung vorliegen, muss durch die eingesetzten Polizeibeamten noch ermittelt werden. Die Bundesstraße 214 wurde für die Dauer von zwei Stunden zwischen Eicklingen und Klein Ottenhaus voll gesperrt.

Fotos: Michael Schäfer

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