CELLE. „In Celle ist was los, aber keiner weiß, was.“ Das einzige, was bisher seitens der Stadt kommuniziert wurde, ist dass der Große Plan nach dem Weinfest erneut für zehn Tage gesperrt werden soll. Anwohner und Geschäftstreibende haben davon u.a. durch CELLEHEUTE erfahren, persönlich informiert wurden sie nicht. Warum überhaupt gesperrt werde, auch darüber herrscht Rätselraten – weder Google noch „einschlägig bekannte Facebook-Gruppen“ können Auskunft geben.

Nach unserer Anfrage an die Stadt heißt es lediglich: „Bei der Heide Gaudi handelt es sich um eine Mini-Kirmes rund ums Thema Heide. Näheres kann Ihnen sicher der Veranstalter sagen.“ Kann er aber nicht – bisher auch von ihm keine Informationen. Nach CELLEHEUTE-Recherchen wurde nicht einmal die CTM (Celle Tourismus Marketing) in Kenntnis gesetzt – dabei gerät sie selbst in die Schusslinie der Gewerbetreibenden, die beispielsweise auf dem Weinmarkt anstelle Kooperation eher Schikane erlebt hätten. „Wir lieben diese Stadt, aber wir wollen nicht mehr mit der CTM arbeiten“, so Engin Akgül-Gand und Bilgin Akgül vom „M-One“. „In elf Jahren Selbständigkeit haben wir ein solch unprofessionelles Verhalten nicht erlebt.“

Irgendwas mit „Speiß und Trank“

Auch Nicole Vitense von „Sunflower Floristik“ ist frustriert: „Wir sind von der neuen Veranstaltung nicht in Kenntnis gesetzt worden und auch unter Veranstaltungen der Stadt Celle finden wir keine Angaben.“ Erst durch Plakate, die seit gestern hängen, wisse sie nun wenigstens, was dort überhaupt stattfinden soll. Auch seien andere Veranstalter nicht ins Boot geholt worden, so dass der Celler Genussmarkt zur gleichen Zeit ohne gegenseitige Abstimmung stattfinde. „Der Große Plan soll ab dem 8.8 bis zum 18.8. gesperrt werden, aber schon heute werden Kunden nicht durchgelassen“, ärgert sich ein anderer Inhaber.

„Wir würden gerne mitfeiern“

Nach erneuter Anfrage an die Stadt Celle heißt es: „Aus unseren Unterlagen geht hervor, dass der Veranstalter Mike Rosenstädt im Vorfeld, d.h. bereits im Vorjahr, den Kontakt zur Sprecherin des Großen Plans aufgenommen hat. Integrationsmöglichkeiten für die ansässigen Betriebe wurden seitens des Veranstalters ebenfalls offeriert. Negative Rückmeldungen bzw. Hinderungsgründe wurden in dem Rahmen nicht benannt. Das daraufhin vorgelegte grobe Veranstaltungskonzept wurde als passend für Celle bewertet und seitens der Stadt genehmigt.

Die Heide Gaudi ist ein neues Format, das in dieser Form das erste Mal stattfindet. Die Veranstaltung soll den Besuchern der Innenstadt die schöne Heidelandschaft näher bringen, bei musikalischer Untermalung werden kulinarischen Spezialitäten der Region angeboten.

Die Information der Öffentlichkeit zu einzelnen Programmpunkten der Heide Gaudi obliegt dem Veranstalter, wie auch bei anderen Festivitäten in der Innenstadt, wie beispielsweise dem Bierfest im Sommer. Die Stadt Celle hat die öffentlichkeitsrelevanten Informationen über die nötigen Straßensperrungen in Form einer Amtlichen Bekanntmachung und einer begleitenden Pressemitteilung wie üblich an die örtliche Presse übersandt.“

Dem widerspricht die ehemalige Hamburgerin, die seit drei Jahren ihr Geschäft in der Innenstadt betreibt: „Es gibt keine ‚Sprecherin des Großen Plans. Eine Geschäftsfrau hatte sich stellvertretend für uns im Mai 2018 mit Vertretern der Stadt und dem Betreiber des Festes getroffen und äußerte damals bereits Bedenken. Seitdem haben wir nichts mehr von der Stadt gehört. Wir haben durch die Feste immense Umsatzeinbußen. Nur wenn es um die verkaufsoffenen Sonntage geht, schreibt uns die Stadt, dass wir ‚Solidaritätsbeiträge‘ zahlen mögen.“

Aus ihrer Heimatstadt kenne sie solche Abstimmungsschwierigkeiten nicht, im Gegenteil. Trotz allem beteuert die Floristin: „Wir haben nichts gegen Feste vor der Haustür und wir gönnen allen Cellern die Feiern – aber wir würden gerne mitfeiern.“

Heide Gaudi – Straßen gesperrt





Eine Antwort zu “*Aktualisiert* „Irgendwas mit Heide Gaudi“: Großer Plan planlos und zehn Tage gesperrt”

  1. Andreas Brüggemann sagt:

    Der Veranstalter muss doch ein Konzept haben, mit dem er die Veranstalturng beworben hat. Gibt es dazu eine Veröffentlichung? Z.B. eine Webseite ‚heidegaudi.de‘ oder ‚heide-gaudi.de‘ gibt es nicht. Auch keine Veröffentlichungen in sozialen Medien. Wird die Innenstadt von Celle durch so eine Kirmisveranstaltung nachhaltig atraktiver? Ich kann die Gewerbetreibenden auf dem Großen Plan gut verstehen, wenn sie der Veranstaltung kritisch gegenüber stehen. Wer ist und was macht die „Sprecherin des Großen Plans“?

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