HANNOVER. Die Hochwasserwelle der vergangenen Tage flaut in den meisten Regionen des Landes wieder ab. Am heutigen Montag und in den kommenden Tagen wird die Hochwasserwelle laut Hochwasserinformation des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aber noch zu weiteren Wasserstandsanstiegen im Unterlauf der Leine und der Aller führen.

Der Deutsche Wetterdienst weist heute auf Regen im südlichen Niedersachsen mit zum Teil kräftigen Gewittern hin. Diese können lokal ergiebig sein, wirken sich jedoch nicht verschärfend auf die aktuelle Hoch­wasser­lage aus. Die Wettervorhersage für das Wochenende lässt hoffen, dass sich die Lage weiter entspannt. Im südlichen Niedersachsen wird ein weiterer Rückgang der Pegelstände erwartet.

Aktuell erfolgt in den betroffenen Regionen eine Aufnahme der Schäden. Die Landesregie­rung hat einen ressortübergreifenden Stab zur Aufarbeitung der Hochwasserschäden einge­richtet. Aufgabe des Arbeitsstabs soll es sein, das Ausmaß der eingetretenen Schäden strukturiert zu erfassen. In den betroffenen Städten und Dörfern sollen Schäden in Privat­haus­halten, in der Land- und Forstwirtschaft, bei Straßen und kommunaler Infrastruktur, bei örtlichen Betrieben sowie im Denkmalschutz zusammengetragen werden. Dem Stab gehören Vertreterinnen und Vertreter aus den niedersächsischen Ministerien für Umwelt, Inneres, Landwirtschaft, Wirtschaft, Soziales, Wissenschaft und Finanzen an. Den Vorsitz hat das Umweltministerium unter Leitung von Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz. In einem ersten Schritt werden aktuelle Schadensmeldungen zusammengeführt. Zudem werden die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen geklärt, um kurzfristig weitere Schritte einleiten zu können.

Das Hochwasser der letzten Tage hat in einigen Orten mehr als dreimal so viel Regen gebracht, wie sonst im gesamten Juli erwartet wird. In Alfeld sind laut DWD +360 Prozent der Juli Menge gefallen; in Bad Harzburg +312 Prozent und Hannover +250 Prozent. „Das zeigt, dass wir die Vorsorge beim Hochwasserschutz weiter verstärken müssen“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel. Die Kommunen müssten jetzt sehr genau die lokalen Schwachpunkte analysieren, um die Vorsorgeplanung vorantreiben zu können. Das wird auch von der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie gefordert. Das Land arbeitet derzeit an einer Analyse der langfristig notwendigen Anpassungen bei klimatischen Veränderungen. Auch der Klimaschutz müsse weiter aktiv vorangetrieben werden. „Hochwasserschutz und Klimaschutz sind zwei Seiten einer Medaille“, sagte Wenzel.

Übersicht des NLWKN zu aktuellen Pegelständen https://www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de/Messwerte

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