CELLE. Dieser Tage ist die 22. Ausgabe des jährlichen „Krebs“-Journals des Onkologischen Forums Celle erschienen. Hauptthema eigentlich: Kinder und Krebs. In dem Heft, mit dem der gemeinnützige Verein einmal im Jahr seine Arbeit vorstellt, finden sich viele Artikel zum diesjährigen 15-jährigen Jubiläum des Projekts „Ja, ich bin auch noch da!“. Dabei kümmert sich der Verein um Kinder und Jugendliche mit Angehörigen, die an Krebs erkrankt oder gar verstorben sind. Seit 2002 hat der Verein rund 1.000 jungen Menschen geholfen, denen „der Boden unter den Füßen wegzurutschen drohte“, so Psychoonkologin Kristine Michaelis, die das Projekt begründete.

Gleichzeitig aber machen im neuen Journal ebenso viele Beiträge auf die strukturelle Finanznot des Onkologischen Forums aufmerksam. Denn weder dessen kostenlose ambulante Krebsberatung noch die kostenlose ambulante palliative Begleitung, die jährlich rund 1.000 schwer kranken Menschen und ihren Familien in Celle und dem Landkreis zugute kommt, werden öffentlich besonders gefördert. Daran hat auch die Gründung eines onkologischen und palliativen Fachpflegedienstes im Sommer nichts geändert.

„Durch die Gründung des Fachpflegedienstes wurden wir kein Pflegedienst, der alle seine Leistungen abrechnet“, so Onkoforum-Sprecher Fritz Gleiß. „Jeder, der schwer Erkrankte kennt, kennt auch die Lücken, die in der Alltagsversorgung klaffen. Wir bleiben der Lückenfüller. Der Fachpflegedienst verhindert nur, dass abrechenbare Leistungen, die auch wir erbringen, weiterhin unvergütet bleiben.“ Zugleich ermöglichte die Gründung, dass der Ambulante Palliativdienst des Forums (APD) wieder Leistungen der spezialisierten ambulanten Palliativ-Versorgung anbieten kann und so teilhat am Geld, das gesetzlich für die Versorgung von Schwerstkranken am Ende ihres Lebens vorgesehen ist. „Darüber werden wir allerdings kaum mehr als ein Drittel unserer Kosten erwirtschaften können. Derzeit sind es, wenn überhaupt, kein Zehntel“, erläutert Gleiß.

Der Verein, dessen Fachkräfte einen besonders zeitaufwändigen Versorgungsauftrag erfüllen, bleibt bei der Deckung seines Jahreshaushalts auf private Spenden und Nachlässe angewiesen. Der Vorsitzende Dr. Gerd Molsen warnt unmissverständlich: „Die Aufrechterhaltung unserer Krebsberatung, der Begleitung von Kindern erkrankter Eltern sowie der zeitlich uneingeschränkten rund-um-die-Uhr Betreuung von schwer kranken Menschen ist akut gefährdet. Schwankende Spendenzuflüsse drohen in diesem Jahr zu einem existenzbedrohenden Defizit zu führen.“ Dr. Molsen bittet daher um Spenden. „Jeder Betrag hilft! Besonders dankbar sind wir verlässlichen Dauerspendern und neuen Mitgliedern.“ Das Spendenkonto lautet DE63 2519 0001 0830 0003 00.

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