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Neue Ausstellung im Albert-König-Museum eröffnet

Allgegenwärtig und ambivalent: Die Farbe Blau

28.05.2017 - 16:49 Uhr     zaulick    0

UNTERLÜSS. „Blau ist die Lieblingsfarbe der weltweit meisten Menschen“ – mit dieser Feststellung leitete Kunsthistorikerin Dietrun Otten heute Vormittag ihre Ausführungen zur neuen Ausstellung im Albert-König-Museum ein. „Romantik und Realität: Die Farbe Blau“ lautet ihr Titel. Zu sehen sind Bilder aus dem norddeutschen Raum des 19. und 20. Jahrhunderts, die aus der Sammlung des Albert-König-Museums, des Bomann-Museums Celle und der Eberhard Schlotter-Stiftung, der Kulturstiftung Plön sowie der Bossard-Stiftung Jesteburg und privaten Sammlern zur Verfügung gestellt wurden. Ergänzt werden diese Werke durch eine Schau von Bildern, die Schüler des Hermannsburger Christian-Gymnasiums – ebenfalls zum Thema „Blau“ – im Kunstunterricht geschaffen haben.

„Die Farbe Blau ist ebenso allgegenwärtig wie ambivalent“, machte Dietrun Otten deutlich: Sowohl der Himmel als auch das Wasser, die hauptsächlich mit dieser Farbe in Verbindung gebracht werden – sind bei näherer Betrachtung gar nicht blau sondern farblos. Weil Blau eine rätselhafte Farbe sei, werde sie auch mit dem Göttlichen in Verbindung gebracht. Gleichzeitig sei das in der Natur vorkommende Farbpigment, das aus Lapislazuli gewonnen wird, schon in früherer Zeit fast unerschwinglich teuer gewesen. Daher erkläre sich auch, warum der Mantel der Mutter Gottes auf einem der ausgestellten Bilder nicht blau, sondern grün sei. Verwendete man das billigere, aus dem Mineral Azurit hergestellte Pigment, oxidierte das Blau im Laufe der Zeit zu Grün.

Auch auf die Wahrnehmung der Farbe ging Dietrun Otten ein: Blau mit gelb und rot könne warm wirken, während Blau neben weiß die sprichwörtliche Kühle bewirke. Mit einer Mappe, die einzelne Werke erläutert, durch die Ausstellung zu gehen, macht vor dem Hintergrund der vielen Aspekte, die gestreift werden, Sinn. Die Ausstellung ist aufgeteilt in die Bereiche „Ferne und Sehnsucht“; „Sommer und Winter – Tag und Nacht“; „Die blaue Blume – Blau in Natur und Literatur“ sowie „Mystisches Blau – die Welt des Übernatürlichen und Geheimnisvollen“.
„Die Mappe und die Erläuterungen neben den Werken sollen auch eine Idee davon geben, dass es sich lohnt, über etwas Selbstverständliches wie eine Farbe nachzudenken“, so Dietrun Otten.

Sie stellte sich mit dieser Ausstellung erstmals auch als neue wissenschaftliche Beraterin des Albert-König-Museums dem Publikum vor. Gemeinsam werden sie und der ehrenamtliche Leiter Jörg Nehse künftig die Aufgaben des bisherigen Museumsleiter Dr. Klaus Homann übernehmen. „Wir sind beide kunstbegeistert und haben Spaß an der Arbeit und an der Aufgabe“, hatte Jörg Nehse den über 100 Besuchern der Vernissage vermittelt. An Ideen fehle es ihm und Dietrun Otten nicht und bisher hätten sie sich gut ergänzt: So sei die Idee, zur Farbe Blau eine Ausstellung zu gestalten, von der Celler Kunsthistorikerin gekommen, während er die Kontakte zum Christian-Gymnasium hergestellt habe und sich freue, dass die Kunstlehrer Frank Dehn und Sandra Heinrichs seine Idee offen aufgenommen hätten.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. August zu folgenden Öffnungszeiten zu besichtigen: Täglich außer montags von 14.30 bis 17.30 sowie nach Vereinbarung unter Tel. 05827/369.

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