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Bundesverdienstkreuz für Wolfgang Marquardt

Als Mensch und Unternehmer das Gemeinwohl im Blick

21.03.2017 - 09:19 Uhr     zaulick    0

BERGEN. Er sei einer, der nicht lange rede, sondern anpacke – diese Charakterisierung stand im Mittelpunkt aller Grußworte und Glückwünsche, die gestern anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Wolfgang Marquardt zu hören waren. Während Landrat Klaus Wiswe diese Eigenschaft mit einem Satz von John F. Kennedy zum Ausdruck brachte („Those who act while others are still talking are a great step ahead in life“), fiel Pastor Axel Stahlmann dazu ein Psalm ein: „Verlasst euch nicht auf Fürsten, sie sind nur Menschen“. Der 75-jährige Belsener habe sich nie auf andere verlassen, sondern getan, was ihm wichtig war, meinte Stahlmann. Auch wenn dies für seine Umgebung manchmal nicht einfach gewesen sei.

Klaus Wiswe zitierte die Verdienste, für die Wolfgang Marquardt ausgezeichnet wurde: Da seien zunächst seine Errungenschaften als Unternehmer, der, gemeinsam mit seiner Frau Heidemarie, ein kleines Taxiunternehmen zu einem modernen Rettungs- und Transportunternehmen mit über 50 Mitarbeitern entwickelte. Dabei hat Wolfgang Marquardt nie nur die Interessen des Unternehmens, sondern auch die der Allgemeinheit im Blick gehabt. So setzte er sich, noch bevor Navis genutzt werden konnten, vehement für die Einführung von Straßennamen auf den Dörfern ein, um zu gewährleisten, dass der Rettungsdienst im Notfall nicht lange nach Häusern suchen muss.

Kein Wunder, dass der Unternehmer und vierfache Familienvater auch den Weg in die Kommunalpolitik fand. Seit über 35 Jahren ist er für die Wählergemeinschaft Bergen Mitglied im Stadtrat, dem Kreistag gehört er seit 1991 an, über mehrere Jahre war er dort Fraktionsvorsitzender der WG.

In Bergen habe Marquardt wichtige Projekte wie den Bau des Hallenbades oder den Ausbau des Stadthauses begleitet, blickte Wiswe zurück. Besonders am Herzen gelegen hätten ihm die Menschen in seinem Heimatort Belsen. Hier engagierte er sich, unter anderem 15 Jahre lang als Ortsvorsteher, für die Gründung der „Dorfgemeinschaft Belsen e.V.“, des Sportvereins „BSV Belsen von 1976 e.V.“, den Bau zweier Sportplätze und den Ausbau des Dorfgemeinschaftshauses. Ein weiteres Betätigungsfeld des Geehrten war und ist die Rheuma-Liga Niedersachsen. Auf Landesebene wirkt Marquardt im Vorstand, vor Ort als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Belsen mit heute ca. 140 Mitgliedern.

„Es ist nicht für jeden so selbstverständlich wie für Herrn Marquardt, dort anzupacken, wo gerade eine starke Hand gebraucht wird“, verdeutlichte Klaus Wiswe, warum der Belsener vom Bundespräsidenten für die Verleihung des „Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, so die korrekte Bezeichnung, ausgewählt worden sei. Den Vorschlag dazu hatte aus den Reihen der Wählergemeinschaft vor Ort Günther Lange gemacht.

Für die WG Landkreis sprach Dr. Albrecht Hoppenstedt ein Grußwort: „Wolfgang Marquardt ist ein wesentlicher Baustein der WG im Landkreis und war dies auch in schweren Zeiten. Er hat Spuren hinterlassen“, so sein Fazit.

Dank und Anerkennung sprachen dem Geehrten auch Bergens Bürgermeister Rainer Prokop, der Belsener Ortsbürgermeister Hagen Rodehorst und für die Familie Sohn Sven Marquardt aus. Am Ende trat auch der Geehrte ans Mikrofon und richtete einige Worte an die knapp 50 Gäste im Stadthaus. Es sei „nicht jeden Tag Sonntag gewesen“, erinnerte er an Schicksalsschläge in seinem Leben. Sein Lebensmotto – Nicht reden, sondern anpacken – hat am Ende nicht nur anderen, sondern auch ihm selbst durch viele Krisen hindurchgeholfen.

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