Altlasten-Beseitigung parallel zum Breitband-Ausbau - Kampfmittelbeseitigungsdienst hat erste Auswertungen abgeschlossen

Wissenschaft Von Extern | am Mi., 20.11.2019 - 18:47

CELLE. Seit September läuft die Überprüfung der Trassen für die Breitbandkabel durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD). Diese Überprüfung auf Kampfmittel ist dem Landkreis gesetzlich vorgeschrieben. „Wir wissen, dass viele Hausbesitzer im Landkreis Celle auf ihre Breitband-Anschlüssen warten, aber diese Überprüfung ist sehr wichtig zum Schutz von Leib und Leben der Bauarbeiter auf den Baustellen", sagt Landkreissprecher Tore Harmening.

Der KBD hat dabei eine Luftbildauswertung vorgenommen und vergleicht Bilder vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. „Das Ergebnis hat gezeigt, dass es über den ganzen Landkreis Celle verteilt eine Vielzahl an Verdachtspunkten mit einer Sondierungsempfehlung gibt. Dabei handelt es sich unter anderem um Bombentrichter, Splittergräben, Flakstellungen, Schützenlöcher sowie Blindgängerverdachtspunkte und einige Rüstungsaltlastenstandorte", so Harmening weiter.

Die Spezialisten des KBD haben laut Kreisverwaltung ungefähr 320 Arbeitsstunden für die Auswertung benötigt. Die Kosten von rund 20.000 Euro trage der Eigenbetrieb Breitbandausbau. Im nächsten Schritt soll ein Räumungskonzept erstellt werden, auf dessen Basis dann gegebenenfalls eine Sondierung der Flächen stattfindet. „Die Sondierung kann auch parallel zum Ausbau stattfinden, weil es ausreichend Flächen im Landkreis gibt, in denen kein konkreter Kampfmittelverdacht vorliegt. Insofern sind hierdurch keine weiteren Verzögerungen zu erwarten", sagt Harmening. Der Landkreis geht demnach weiterhin davon aus, dass die Arbeiten für den Ausbau des schnellen Internets im April 2020 beginnen können. Die Ausschreibungen, für die Gebiete in einzelne Lose unterteilt wurden, stünden kurz bevor.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen ist für das gesamte Gebiet Niedersachsen und für die Nordsee bis zur 12-Seemeilenzone zuständig. Seine Aufgabe ist es, die Gefahren in Bezug auf Kampfmittel einzuschätzen und gegebenenfalls für die Bergung, Entschärfung und Beseitigung zu sorgen. Für die Gefahreneinschätzung stehen ihm rund 130.000 Kriegsluftbilder bis 1945 zur Auswertung zur Verfügung. Wenn eine Luftbildauswertung beantragt wird, müssen alle Luftbilder für das betreffende Areal gesichtet und bewertet werden. Danach werden die auswertbaren Luftbilder auf Kriegseinwirkungen untersucht und im Anschluss eine Gefahreneinschätzung abgegeben.

"Der KBD ist sehr wichtig und stark ausgelastet, da einige Gefahrenabwehrbehörden bei Baumaßnahmen eine vorherige Untersuchung vorschreiben und die Bautätigkeit im Moment recht hoch ist. Dazu gibt es vielen Großprojekte wie Breitbandausbau, Stromtrassen und Rückbaumaßnahmen der Ölindustrie. Daher kommt es zu verlängerten Bearbeitungszeiten", erläutert der Pressesprecher des Landkreises.