HANNOVER. Von Freitag, 6., bis Sonntag, 8. Januar, sind alle Vogelfreunde in Niedersachsen aufgerufen, an Deutschlands größter Vogelzählaktion teil zu nehmen. Indem Naturfreunde einfach eine Stunde lang die Vögel vor ihrem Fenster zählen und dem NABU melden, erheben sie wichtige Daten zur Verbreitung der häufigen heimischen Vogelarten. „Jetzt, wo der Winter Ernst macht und die Vögel weniger Futter in der freien Natur finden, müssten sie eigentlich zurück in die Gärten kommen“, erklärt Ulrich Thüre vom NABU Niedersachsen. „Gerade wer mehrere unterschiedliche Futterstellen anbietet, könnte nun plötzlich viel mehr gefiederten Besuch bekommen.“

Der angekündigte Kälteeinbruch, der  bis Sonntag anhalten soll, hat laut NABU unterschiedliche Auswirkungen auf die heimische Vogelwelt. Viele Stare, aber auch Hausrotschwanz und Zilpzalp könnten vielleicht vermehrt bei der Nahrungssuche im Garten beobachtet werden. „Eine aussagekräftige Antwort, ob es momentan mehr Daheimbleiber gibt, kann aber nur durch die Mithilfe möglichst vieler Teilnehmer geklärt werden“, so der NABU.

Die heimischen Standvögel wiederum müssten bei einer geschlossenen Schneedecke vermehrt im Siedlungsbereich nach Futter suchen. „Wir sind gespannt, ob die Vögel nun wieder an die Futterstellen in die Gärten zurückkehren oder auch weiterhin ausbleiben“, so Ulrich Thüre. Die Hinweise zahlreicher Vogelfreunde, dass zuletzt ungewöhnlich wenige Vögel zu beobachten waren, hatte den NABU Niedersachsen aufhorchen lassen. Deshalb sei es besonders wichtig, dass viele Vogelfreunde mitmachen, auch wenn sie nur wenige Flugkünstler sehen. Möglicherweise kann Deutschlands größte naturkundliche Mitmachaktion Aufschluss über die Hintergründe des Ausbleibens geben.

Die Teilnahme an der Aktion – unter allen Teilnehmern werden interessante Preise vom Fernglas bis zum Igelhaus, vom Fledermauskasten bis zu Büchern, ausgelost – ist einfach: Binnen einer Stunde, die man selbst zwischen dem 6. und 8. Januar festlegt, werden alle Gefiederten aufgeschrieben (jeweils die höchste Anzahl einer Art, um Doppelzählungen zu vermeiden) und mit den Meldebogen bis Montag, 16. Januar, an die NABU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin gemeldet. Der Großteil der Meldungen erfolgt online unter http://www.stundederwintervoegel.de oder auch über das online-Meldeformular unter www.NABU-niedersachsen.de/aktionen/sdw/ bis zum 16. Januar; am 7. und 8. Januar kann zudem von 10 bis 18 Uhr eine kostenlose Hotline genutzt werden: 0800 – 1157115.

In Niedersachsen reichten knapp 11.000 Vogelfreunde im Vorjahr Meldungen von über 283.000 Vögeln aus knapp 7.000 Gärten ein. Der Haussperling hatte hierbei „den Schnabel vorn“. Auf den weiteren Plätzen folgen Kohlmeise, Amsel, Blaumeise und Feldsperling. Nun erhoffen sich NABU und NAJU auch im Jahr 2017 wieder eine rege Beteiligung.

Der NABU Niedersachsen bietet zur Mitmachaktion ‚Stunde der Wintervögel‘ ein Infopaket mit allen weiteren Informationen samt Zählhilfe und Wintervogelporträts sowie Tipps zur Winterfütterung gegen einen fünf Euro Schein an: NABU Niedersachsen, Stunde der Wintervögel, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

Darüber hinaus geht, nach der Premiere im vergangenen Jahr,  die SCHULstunde der Wintervögel 2017 in die zweite Runde. Da zum Zählwochenende noch Schulferien sind, können sich Schulen, Kitas und Gruppen in der Woche vom 9. bis 13. Januar an der großen Zählaktion beteiligen. Ein NAJU-Paket mit Aktionsideen für jeden Tag, einer Wintervogelrallye, Zählkarten und mehr können Schulen, Kitas und Gruppen gegen zwei Briefmarken zu 1,45 Euro bestellen. Ihre Gruppen-Bestellung unter Angabe der Postadresse richten sie an folgende E-Mail-Adresse: info@NABU-niedersachsen.de . Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

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