WINSEN/ALLER. Viermal hat das Winser Amateur-Theater (WAT) in diesem Jahr die Komödie von Andreas Heck: „Dieses mal was mit Niveau“ für seine Zuschauer gespielt. Vom Lachen verwischte Wimperntusche, Gesichtsmuskelkater und Bauchschmerzen waren die Folge für das Publikum. „Manche Zuschauer lachten immer noch, während sie die Aula verließen. Vielen Dank, dass Sie dabei waren und die Spieler mit Ihrem Applaus, Ihren Lachern und den spontanen Aktionen unterstützt und angespornt haben“, so Gabriele Rennau, 2. Vorsitzende des WAT. In ihrem Rückblick auf die Aufführungen würdigt sie noch einmal die Leistungen der Laienschauspieler, die in diesem Stück – ebenfalls Laienschauspieler – darstellten:

„Die acht Spieler auf der Bühne haben sich selbst übertroffen, als sie in die Rolle von Laiendarstellern geschlüpft sind. Petra Mehls füllte gekonnt die Rolle der Lisa Leise als Souffleuse aus. Von leise konnte keine Rede sein, wenn sie wieder einmal polternd auf die Bühne stolperte und schlecht sehend entweder ihre Mitspielerin nicht erkannte oder sich beim Kriegerdenkmal entschuldigte weil sie dagegen gelaufen war. Sie erntete amüsierte Blicke junger Männer mit Handys, als sie Schaufensterpuppen eines Dessous-Geschäftes den Text vorlesen wollte.

Wilhelm Rennau betrat als Klunker Kurt den Saal, denn es war die einzig offene Tür im ganzen Ort und er hatte viele bunte Bündel dabei und somit genug Gründe, sich vor der Polizei zu verstecken. Hatte er doch gerade die Sparkasse im Ort überfallen. Da er auf der leeren Bühne ein gutes Versteck vermutete, versteckte er seine Beute in einem Bohrmaschinenkoffer und wurde irrtümlich von den anderen Spielern für den – unter www.profi-regisseure-billiger.com – engagierten französischen Regisseur gehalten. Nach anfänglichen Irritationen arrangierte er sich jedoch schnell mit der Situation und schlüpfe in die Rolle des Regisseurs Francois Trichine; immer in der Hoffnung mit dem Bohrmaschinenkoffer und seiner Beute darin, recht bald den Abgang zu machen.

Doch damit machte ihm Marlen Lange, die in der Laienspieltruppe den Beruf einer Polizistin hatte, erst einmal einen Strich durch die Rechnung. Sie konnte zur ersten Probe so gar nicht richtig Mitüben, da sie mit ihren Polizeikollegen auf der Suche nach dem Bankräuber war. Somit hatte Klunker-Kurt überhaupt keine andere Chance, als die Rolle des Regisseurs zu übernehmen, wollte er nicht enttarnt werden.

Sonya Hammes, die angepasste aber überhaupt nicht auf den Mund gefallene Haushälterin des Paters, eigentlich die Regisseurin der Laienspieler, wollte sich nicht wirklich das Heft aus der Hand nehmen lassen, verfiel immer wieder in ihre eigentliche Rolle und wollte den Regie-Ton angeben. Ihre Mitspielerinnen jedoch wollten von dem französischen Regisseur etwas Raffinesse in die englische Kriminal Komödie bringen lassen. Dieser konnte zumindest den richtigen Ton bei der Klingel, dem Schlag von Big Ben, beisteuern, was ihm die Bestätigung: „Ach was für ein Regisseur“ einbrachte.

Beth gab aber dem Pater Kontra und so wurde auch in der Konstellation Pater-Haushälterin schnell klar, wer eigentlich die „Hosen“ anhatte. Torsten Mehls, der den Pater Brown spielte, legte einen Strip ohne Musik hin, während er sich mit dem Butler James, dargestellt von Thomas Bubeck, ein Duell um den lauteren Applaus lieferte, als die beiden Männer zum Umziehen die Hosen fallen ließen. „Schmalspurtravolta“ James konnte aber in seinen Bewegungen nicht mit dem gekonnten Hüftschwung des Pater mithalten, füllte dann aber die Rolle des Butlers hervorragend aus, in dem er dem „stocksteifen“ Aristokratenkram dann doch den nötigen Ernst abgewinnen konnte.

Auch wenn nach anfänglichen großen Schwierigkeiten der Name der Gräfin, des Paters und der Haushälterin Beth mit „th“, erst ein Schlag auf den Hinterkopf (mit dem Brett, an dem schon Tage vorher herumgesägt und geschraubt wurde, das aber nicht so richtig festgeschraubt war) – den berühmten Durchbruch brachte. Nach der Pause konnte er den Namen der Gräfin: Baroness of Eastern Chesterfield by Middlewick Yorkshiretire at Sussington Elstershire Growington Sheldonbutton und den des Pater Brown aus Little Withnick und von Misses Beth Wooddenham fehlerfrei über die Lippen bringen. Dies würdigten die Zuschauer mit tosendem Beifall.

Zofe Kate, überzeugend gespielt von Heike Marquardt, war diszipliniert und immer bemüht, allen behilflich zu sein und erfüllte Mylady jeden Wunsch, stand sie doch schon seit Jahren in ihren Diensten und hätte ihr „nie etwas zu Leide tun können“. Leider musste sie mit „schepper, schepper, klirr“ auch das imaginäre Geschirr fallen lassen und war sichtlich zerknirscht als der Butler die Scherben beklagte. Aber konnte er sich beschweren? Hatte er doch vorher das mitgebrachte Erbporzellan der Polizistin zerdeppert, als ihm die viel zu große Hose rutschte, während er mit dem Geschirr aus dem hinteren Bühnenbereich wieder auf die Bühne kommen wollte.

Die Hose des Paters und des Butlers waren die großen Lacher des Stückes. Waren sie doch aus der Größenkategorie ZZL (Zirkuszelt large). Und Lisa, „der blinde Fisch“, schaffte es mit einer sehr großen Sicherheitsnadel, James per Akupunktur diese Nadel bis auf den Ischias-Nerv zu rammen. Erst Zofe Kate konnte den armen Butler erlösen und die Nadel befestigen. Bei der Haushälterin Beth und der Baroness fiel die Kleidergröße viel zu eng aus, so dass die „alte Gräfin“, bestens dargestellt von Renate Barth anstatt der Episode: „Pater Brown und das Geheimnis der alten Gräfin“, in ihrem engen Kostüm auch „Pater Brown und die erstickte Presswurst“ oder später im Stück „Die rotierende Tote von Chesterfield Manor“ hätte spielen wollen. Renate überzeugte mit einer steifen aristokratischen Haltung. Auch die Sterbeszene, spielte sie überzeugend. Allerdings war sie ja nicht so ganz tot, da es immer noch eine Probe war und so musste sie zwischendurch immer mal wieder zu diesem oder jenem „ihren Senf“ dazugeben.

Pater Brown stand dann kurz vor der Auflösung des Falles als Klunker-Kurt seine Maske fallen ließ und die Haushälterin Beth mit der Stichsäge bedrohte, sollte man ihm nicht den Bohrmaschinenkoffer mit der inzwischen darin entdeckten Beute aushändigen. Durch das beherzte Eingreifen und Ziehen des Steckers, rettete Kate, die Zofe, die Situation und streckte den gefährlichen Räuber mit einer Tapetenrolle nieder. Den letzten Rest besorgte dann das oben schon benannte Brett, das wieder nicht richtig festgeschraubt war. Und das war in diesem Fall ein großes Glück. Zwar war die Probe nicht so, wie es hätte sein sollen, aber dafür der Bankräuber gefasst.

Nach dem Ende des Stückes wuselte sich der Darsteller des Butlers, Thomas Bubeck, durch den Vorhang und erklärte den begeisterten Zuschauern, dass er im nächsten Jahr wieder etwas Niveauloses spielen möchte.“

Gabriele Rennau, die in diesem Jahr für Regie und – wie immer – als Souffleuse zuständig war, beglückwünschte Spielerinnen und Spieler zu dem Erfolg und gratulierte zu den gelungenen Vorführungen. Sie dankte auch allen Helfern vor und hinter der Bühne dafür, dass sie so tatkräftig mit angefasst hatten und ebenfalls zum Gelingen der Vorstellungen beigetragen hatten.

“ Wir freuen uns auf die nächste Saison. Mal sehen, was es dann gibt. Und so hoffen wir, auch im nächsten Jahr wieder alle gesund und munter für Sie da zu sein und ein neues Theaterstück präsentieren zu können“, so Gabriele Rennau. Dazu ist die Theatertruppe auf der Suche nach neuen Gesichtern und Talenten. Neue Mitspieler und Interessierte, die Theater spielen möchten, werden dringend benötigt, da für die derzeitige Truppengröße, passende Stücke schwer zu finden sind.

Wer Interesse hat, kann sich beim 1. Vorsitzenden, Torsten Mehls, Tel. 05143-1472 oder per Mail an info@winser-amateurtheater.de melden. Jetzt nach den Aufführungen ist erst einmal eine „Künstlerpause“ angesagt; die ersten Treffen finden dann nach Ostern statt. “ Wir hoffen auf tatkräftige und fröhliche Menschen, die bei uns mitmachen wollen. Traut euch und meldet euch, damit wir ein Treffen besprechen können“, laden die Akteure vom Winser Amateur Theater ein.

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