Amphibienwanderung beginnt: NABU sucht Helfer

Umwelt Von Extern | am Fr., 14.02.2020 - 17:50

CELLE. Nach einer stürmischen Kältephase stehen in den kommenden Tagen niedersachsenweit wieder höhere Temperaturen und weitere Niederschläge an – ideale Bedingungen für Amphibien, um sich auf die alljährliche Wanderung zu ihren Laichplätzen zu begeben. „Spätestens am Wochenende werden die Tage und Nächte vielerorts mild und niederschlagsreich ausfallen, es kann davon ausgegangen werden, dass die Wanderungen dann noch zunehmen“, sagt Andrea Pohlen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland in Celle.

An einigen Stellen wurden aufgrund des bisher sehr milden Winters bereits Einzeltiere von Grasfrosch und Kammmolch in sogenannter Wassertracht beobachtet. Die jährliche Amphibienwanderung startet damit etwa drei Wochen früher als gewöhnlich, heißt es von Seiten des NABU. An den kommenden Wochenenden bedeutet das für zahlreiche NABU-Aktive: Schutzzäune aufbauen und Fangeimer eingraben.

Diese Zäune halten die Kröten und Frösche davon ab, die Straßen zu überqueren und dabei von Autos erfasst zu werden. Die anwandernden Tiere sammeln sich in Eimern, werden dann über die Straße getragen, statistisch erfasst und wieder freigelassen. Interessierte sind eingeladen, sich bei dem Schutz der Tiere mit einzubringen. „Zusätzliche Helferinnen und Helfer sind stets hochwillkommen. Auch für Anfänger ist diese Tätigkeit gut geeignet. Die wandernden Amphibien benötigen unsere Rücksicht und Hilfe. Schauen Sie mal bei einer NABU-Gruppe vor Ort vorbei“, appelliert Andrea Pohlen, „viele Gruppen in der Region betreuen in den kommenden Wochen Krötenzäune und erläutern gerne den Einsatz für diese Tiere. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre es um unsere Kröten und Frösche deutlich schlechter bestellt."

Doch nicht überall können Zäune aufgestellt werden, in manchen Bereichen mit hohem Amphibienaufkommen findet sich deswegen das Gefahrenzeichen „Amphibienwanderung“, welches davor warnt, dass Tiere die Fahrbahn überqueren. Die NABU-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland bittet darum, generell und vor allem an solchen gekennzeichneten Abschnitten Rücksicht zu nehmen auf wandernde Kröten, Frösche und Molche. „Dazu gehört auch, sich vor allem in den Nacht- und frühen Morgenstunden vorsichtig auf den Straßen zu bewegen und die Geschwindigkeit in den gekennzeichneten Bereichen zu reduzieren“, so Pohlen.

Allein in Niedersachsen sind Amphibienschützer der NABU-Gruppen an über 140 Standorten aktiv, stellen Fangzäune auf und legen bisweilen auch Ersatzlaichgewässer an. Bereits während der Kaulquappenphase erfolgt die Prägung der Amphibien auf das Laichgewässer. Zur Fortpflanzung kehren viele Arten an ihr Geburtsgewässer zurück. Die Winterquartiere wie Hecken, Kiesgruben, Wälder aber auch Gärten liegen in bis zu 500 Metern Entfernung von den Laichgewässern, in denen Kröten, Frösche und Molche auf Paarungssuche gehen. Eine gewaltige und gefährliche Strecke für die kleinen Tiere.