Amtlich: ITAG "IOP" insolvent

Wirtschaft Von Redaktion | am Mi., 19.05.2021 - 11:46

HAMBURG/CELLE. Wie erwartet hat das Celler Metallbauunternehmen ITAG beim Amtsgericht Celle einen Antrage für die offizielle Firmenbezeichnung "IOP International OilfieldProducts GmbH"  auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Darüber informiert heute der Rechtsanwalt Viktor von Websky, der vom Gericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde.

Das Unternehmen gehörte zur ITAG-Gruppe und beschäftigt derzeit 82 Mitarbeiter. Deren Löhne und Gehälter würden über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis zum 30. Juni 2021 abgesichert und das Unternehmen während des laufenden Insolvenzeröffnungsverfahrens uneingeschränkt fortgeführt. In der Pressemitteilung heißt es dazu:


Die IOP GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Armaturen für die Erdöl- und Erdgasindustrie, insbesondere sogenannte Kugel- und Kellyhähne, und ist mit seinen Produkten auf der ganzen Welt vertreten. Vor allem aufgrund der weltweit anhaltenden Krise der Branche ist das Geschäft jedoch bereits seit geraumer Zeit defizitär. Viele der IOP-Beschäftigten befinden sich seit Monaten in Kurzarbeit.

„Leider sind alle bisherigen Sanierungsansätze des Gesellschafters aus dem arabischen Emirat Katar fehlgeschlagen und die Bereitschaft, das defizitäre Unternehmen weiterhin zu finanzieren, nicht mehr gegeben“, berichtet von Websky. Er hat mit seinem Expertenteam bereits die Investorensuche gestartet. „Eine besondere Herausforderung stellt in diesem Fall jedoch der kurze verbleibende Zeitraum der Insolvenzgeldzahlung von lediglich rund sechs Wochen dar“, so der Anwalt. Ob, zu welchem Termin und zu welchen Konditionen eine Sanierung überhaupt möglich sei, lasse sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.

 

ITAG will Insolvenzantrag stellen

CELLE. Mehr als drei Stunden hat heute Christian Hoffmann als Vertreter der Industriegewerkschaft BCE mit dem ITAG-Betriebsrat das weitere Vorgehen nach dem Zahlungsausfall beraten (CELLEHEUTE berichtete). Auch die Agentur für Arbeit war involviert, um mögliche Zahlungen über das SGBII (Arbeitslosengeld II) als Überbrückung für die betroffenen Beschäftigten zu klären. Doch nur eine Stunde später waren die Ergebnisse hinfällig.