ESCHEDE. „Einerseits ist es schön, dass sie da ist. Auf der anderen Seite ist es erschreckend und traurig, dass ihr Besuch nötig ist“, eröffnete Pastorin Franziska Baden den Abend mit Andrea Röpke im Namen des Arbeitskreises für Demokratie und Menschenrechte Eschede. Die renommierte Journalistin hat vergangene Woche ihre Recherchen zum Thema „Völkische Siedler“ rund 60 interessierten Personen aus Eschede und Umgebung vorgestellt.

Besonders eindrücklich wurden ihre Schilderungen darüber empfunden, wie unauffällig Protagonisten der völkischen Szene in kleinen Orten auch in der Südheide ihrer Aussage nach leben. In ihren Familien und besonders bei den regelmäßigen Treffen der besonders online gut vernetzten Gruppen zeige sich aber, wie sehr das völkische Gedankengut ihr Leben präge: überaus strenge Geschlechterbilder, Drill, bedingungslose Hingabe zum Vaterland und Hass gegenüber dem Fremden seien entscheidende Merkmale.

Im Anschluss an Röpkes Vortrag wurde angeregt diskutiert: Wie kommt es, dass nationale Gruppen international vernetzt sind? Wie können junge Menschen davor geschützt werden, von menschenfeindlichen Weltbildern vereinnahmt zu werden? Welche Veränderungen ergeben sich aktuell durch die Etablierung neuer Bewegungen im rechten Spektrum? Diese und andere Fragen wurden mit der in Eschede gut bekannten Andrea Röpke verhandelt. Dabei wies sie vor allem darauf hin, wie wichtig politische und historische Bildung in allen Altersbereichen sei: genau hinsehen, auf völkisches Gedankengut hinweisen und die eigene Stimme dagegen erheben. Dies seien weiterhin die Mittel der Wahl, um der Verbreitung von „völkischen Siedern“ entgegenzuwirken.

Text: Maximilian Baden

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.